BONN. Majestätisch, anmutig, dynamisch und dies alles mit einer scheinbaren Leichtigkeit in großer Harmonie zwischen Pferd und Reiterin - Reitstar Isabell Werth zeigte gestern beim Finale des Parkfestivals der Dressur auf der Reitanlage am Wesselheideweg auf dem Hardtberg eindrucksvoll ihr Können.
Die viermalige Olympiasiegerin war der Star der elften Auflage des Dressurfestivals, das nach mehrjähriger Austragung auf der Insel Grafenwerth nun erstmals auf der Reitanlage der Familie Riegel (Haribo) gastierte. Der Präsident des ausrichtenden Akademischen Reitclubs Bonn, Uwe Spenlen, war auf der Suche nach einem geeigneten Ausweichort aufgrund der Querelen mit der Stadt Bad Honnef auf dem Hardtberg fündig geworden. Kurzfristig hatte das Pächterehepaar Wolfgang und Gabi Winkelhues die Verantwortung als Gastgeber für die dreitägige Dressurveranstaltung übernommen. Und sie waren tolle Gastgeber, ernteten sie doch von den Aktiven und Zuschauern gleichermaßen Lob für die herzliche Atmosphäre auf dem Hardtberg.
Sicherlich konnten bei der ersten Auflage auf dem Hardtberg nicht so viele Zuschauer angelockt werden, wie dies in den vergangenen Jahren auf der Ausflugsinsel Grafenwerth der Fall war, die an sonnigen Wochenende immer viele Besucher zählt, doch die rund 2000 Reitfans wurden für ihr Kommen mit Dressursport der Extraklasse - bei kostenlosem Eintritt - verwöhnt. Durch das Weglassen eines bunten Rahmenprogramms, rückte der Reitsport diesmal noch mehr in den Vordergrund.
Einziger Wermutstropfen: Normalerweise sollte das elfte Dressurfestival wieder ein Stelldichein der Stars werden, doch kurzfristig mussten die Veranstalter für den Grand Prix de Dressage und den Grand Prix Special eine Flut von Absagen hinnehmen. So fehlten beispielsweise mit Alexandra Simons de Ridder und Ann-Kathrin Linsenhoff, Vorjahressieger Dieter Laugks, Dolf Dietram Keller, Beatriz Ferrer-Salat (Vizeweltmeisterin 2002) und Nuria Vila viele Stars der Reiterszene. Nach dem anstrengenden CHIO-Cup in Aachen vom vergangenen Wochenende litten sechs Pferde an Koliken, einige Sportler sagten gesundheitlich angeschlagen ab.
Anders Isabell Werth, die mit ihrem zehnjährigen Oldenburger Wallach Apache den Grand Prix (1702 Punkte) und den Grand Prix Special (1853 Punkte) souverän gewann und mit dem 17-jährigen Antony jeweils auch Platz zwei belegte.
Doch nicht nur die Stars glänzten, auch die Nachwuchsreiter zeigten starke Leistungen (Bericht unten). Die Dressurprüfung für die besten Jugendlichen aus dem Rhein-Sieg-Kreis gewann überlegen Sara Stark vom gastgebenden Verein ARC Bonn mit ihrem Pony Mac Benedivt. Im FAB-Amateur-Cup setzte sich im Finale Andrea Haller aus Büttgen mit Picaro durch. Reitstar Isabell Werth wird wohl auch nächstes Jahr wieder am Start sein. Ob sie dann auf den Hardtberg als Austragungsort nach der gelungenen Premiere anreisen muss, klärt sich in den kommenden Wochen.