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Jahnstraße„Mit Camping hat das nichts zu tun“

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Rösrath – Dass es dort zahlreiche „nicht genehmigte Anlagen“ gibt, wurde bereits länger gemunkelt. Zwischenzeitlich hat die Stadt schon einige Räumungsverfahren eingeleitet. Grund für das bevorstehende Aus: Es handelt sich um das Überschwemmungsgebiet an der Sülz, und teilweise gibt es große Brandschutzprobleme, sagte Fachbereichsleiter Herrmann. Die Abstände der Häuser seien überdies zum Teil zu gering. Immer wieder habe es aus der Bevölkerung und auch aus der Politik Hinweise auf neuerliche Bautätigkeit in dem Gebiet gegeben, so Christoph Herrmann. Jetzt liegt eine Bestandsaufnahme vor.

Am 10. Oktober gab es eine Brandschau, die vom zuständigen Brandschutztechniker der Stadt im Beisein der Vertreter des Campingvereins durchgeführt wurde. Weil die Häuser im Überschwemmungsgebiet stehen, in dem die Stadt noch nicht einmal ihren lange anvisierten Wanderweg bauen dürfte, wurde die notwendige Stellungnahme durch die Untere Wasserbehörde ebenfalls zwischenzeitlich vorgelegt.

Die Verwaltung: „Unter Berücksichtigung der Stellungnahmen kann nach der Sach- und Rechtslage eine Legalisierung des ,Wochenendhaus-Platzes aus planungs- und bauordnungsrechtlicher Sicht nicht erfolgen.“

Weitere Handikaps: Der Platz liegt auch noch im Außenbereich und im Landschaftsschutzgebiet. Und der „Umstand, dass die Platzanlage real kein Campingplatz, sondern eine Wochenendhaussiedlung ist“.

Weil die Anlage relativ lange besteht und das Wirtschaftsgebäude mit Sanitärtrakt (Bau 1978) genehmigt ist, schlug die Stadt der Campinggemeinschaft und der Wasserbehörde vor, den Standort des „Wochenendplatzes“ innerhalb eines bestimmten Zeitraums aufzugeben. Dazu soll ein öffentlich-rechtlicher Vertrag zwischen der Stadt und dem Vorstand getroffen werden. Spätestens in zehn bis zwölf Jahren soll der Platz der Vergangenheit angehören. Das heiße aber nicht, dass alle Häuser so lange stehen bleiben dürften, hieß es vage.

Christoph Herrmann: „Uns ist klar, dass das ein unpopulärer Schritt ist. Es hat aber auch bereits viele Gespräche gegeben - auch beim Bürgermeister.“

Der Feuerschutz hat für die Stadt nun Priorität, so Beigeordneter Berthold Kalsbach. Und: Nächste Woche steht schon die nächste Gesprächsrunde mit dem Verein an.

Die Campinggemeinschaft Rösrath wurde im Jahr 1973 gegründet. Der Vorsitzende Peter März verwies im Ausschuss darauf, dass die Kanalisierung und die Trinkwasserversorgung mit der Behörde geregelt worden seien. Dass sich der ursprüngliche Zeltplatz „immer mehr verfestigt“ habe, räumte März ein. „Wir haben uns aber immer bemüht, uns nicht abzukapseln. So haben wir unsere Sanitäranlagen für alle Bürger geöffnet“, sagte März. Man habe einen Weg angelegt und für Stromversorgung gesorgt. Im Flächennutzungsplan stehe die Anlage als „geordneter Campingplatz“. Den Begriff Wochenendsiedlung habe es damals noch nicht gegeben, entschuldigte der Vorsitzende. März bat darum, die Beseitigung der Anlage „ein bisschen aufzuteilen“.

Erhard Füsser (CDU) hielt dem entgegen: „Wir können nicht warten, bis ein Tsunami durchs Sülztal jagt.“