Es war ein tränenreicher Abschied, als Dr. Peter Tinschmann nach 30 Jahren Mukoviszidose-Ambulanz seinen baldigen Eintritt in den Ruhestand feierte. Am Ende des Jahres wird der beliebte Kinderarzt aus Frechen seine Praxistätigkeit niederlegen. Um seinen langjährigen Einsatz gegen die Mukoviszidose zu ehren, stand der Christiane-Herzog-Tag des Mukoviszidosezentrums Köln diesmal unter dem Motto 30 Jahre Mukoviszidose. Christiane Herzog, die verstorbene Bundespräsidenten-Gattin, hatte sich für die Entstehung eines Behandlungszentrums in Köln eingesetzt. Dank Zuschüssen ihrer Stiftung können dort seit 2003 Mukos ambulant und stationär behandelt werden.
Bei Mukoviszidose handelt es sich um eine in Deutschland stark verbreitete Erbkrankheit, von der besonders Lunge und Bauchspeicheldrüse betroffen sind. Aufgrund einer Chromosomenmutation entsteht in allen sekretbildenden Organen ein zäher Schleim, der nur schwer abtransportiert werden kann. Die Folge sind starke Schäden an Lunge und Verdauungsorganen.
Mukos werden
immer älter
In den letzten 30 Jahren hat sich bei der Behandlung von Mukoviszidose viel getan. Während damals nur knapp 19 Prozent aller Betroffenen das 18. Lebensjahr erreichten, sind es heute schon über 50 Prozent, freute sich Prof. Dr. Heino Skopnik. Wie zahlreiche Patienten und Freunde Tinschmanns war auch er zur Würdigung seines Kollegen angereist. Die positiven Ergebnisse der Medizin, so Skopnik, seien auch Ärzten wie Tinschmanns zu verdanken, die Patienten immer wieder ermutigen. Sein Motto war: Frage dich nicht: Warum ich? Überlege: Was ist trotzdem alles möglich?
Für viele seiner Patienten ist er über die Jahre zum Schutzengel geworden. So auch für Stefan Funk-Felt (35), der seit 27 Jahren bei ihm in Behandlung und ein lebendes Beispiel dafür ist, dass Mukos immer älter werden. Tinschmann selbst ist überzeugt, mehr bekommen zu haben, als er es je habe geben können. Es habe ihn stets fasziniert, dass kranke Menschen so viel Optimismus verbreiten könnten.