Herbert Bank ist Hauptschullehrer mit Leib und Seele. 58 Jahre ist er alt, hat inzwishen seine knapp 34 Dienstjahre an der Hauptschule in Mechernich auf dem Buckel. Ihm wurde treue Pflichterfüllung zum 25-jährigen Dienstjubiläum im Jahre 1997 testiert. Doch erst mehr als acht Jahre später, im Januar 2006, bekam er seine Ehrenurkunde, denn 1997 hatte man ihn schlicht und einfach vergessen.
Vor wenigen Tagen sprach Rektor Hans Jürgen Dederich vor versammeltem Kollegium Herbert Bank an und ließ eine Ehrung folgen. Hoppla, dachten die Kollegen, da stimmt doch was nicht. 25-jähriges Jubiläum? War das nicht schon 1997, als auch Rektor Dederich geehrt wurde - mit Urkunde und Blumenstrauß?
Rektor Dederich verlas einem verblüfften Herbert Bank den Urkundentext: Herr Lehrer Herbert Bank hat am 30. November 1997 eine 25-jährige Dienstzeit vollendet. Im Namen der Landesregierung NRW spreche ich ihm für treue Pflichterfüllung im öffentlichen Dienst Dank und Anerkennung aus. Für das Ministerium für Schule und Weiterbildung... Unterschrift (unleserlich).
Alle hatten es richtig gehört: Mit über achtjähriger Verspätung erinnerte sich die Schulbehörde, dass Bank in treuer Pflichterfüllung 25 Jahre Dienst geschoben hatte. Dazu gab es auch noch ein Anschreiben, datiert vom 2. Januar 2006, in dem die verspätete Aushändigung der Urkunde entschuldigt wurde. Dazu noch ein Zückerchen, denn aus Anlass der Dienstzeitehrung werden Sie laut Runderlass des Ministeriums an einem Arbeitstag unter Fortzahlung der Bezüge freigestellt, unterzeichnet: Kercher. Einen Blumenstrauß, wie 1997 noch bei seinem Rektor, gab es für Bank nicht. Wohl aber ein vorgefertigtes Empfangsbekenntnis, auf dem er den Erhalt der Urkunde bestätigen sollte.
Jetzt weiß Herbert Bank auch, was die Bezirksregierung als Verspätung (mehr als acht Jahre) bezeichnet. Er wusste aber auch, dass es 1997 beim 25-Jährigen außer Urkunde noch Geld gab - 600 DM.
Also Anruf bei der Bezirksregierung, Verweis auf das Aktenzeichen 47.3-H-EU und die Frage, wie es denn mit den 600 DM plus banküblicher Zinsen für die acht verspäteten Jahre sei.
Da aber musste ihn Sachbearbeiter(in) Kercher massiv enttäuschen. Die 600 DM, die es 1997 noch gegeben habe, die gebe es nicht mehr, das sei verjährt. Das bestätigte gestern Abend auch Ursula Moritz von der Bezirksregierung.
Den vergessenen Lehrer habe man bei einer EDV-Umstellung entdeckt, wegen einer neuen Rechtsgrundlage sei das Jubiläumsgeld tatsächlich verjährt. Aber: Dem Lehrer habe auch selbst auffallen müssen, dass er Jubiläum gehabt habe in 1997. Also quasi selbst schuld, obwohl der zuständige Bürokrat das Jubiläum verschlampt hatte.
Bank hat die Annahme der Urkunde verweigert, hat sie an die Schulbehörde zurückgeschickt.