GEMÜND. „Mit der Miete von einem Euro pro Quadratmeter Nutzfläche will ich meinen Beitrag zur Jugendarbeit in Gemünd leisten“, sagt Manfred Schneider. Wenn der Jugendausschuss des Kreises zustimmt, dann wird der Jugendtreff Kolosseum zum Ende des Jahres im ehemaligen Königssaal der Zeugen Jehovas in der Lindenstraße eine neue Heimat finden.
Das Haus gehört dem Gemünder Ehepaar Isolde und Manfred Schneider. Es ist ein Industriedenkmal, denn vor 1900 beherbergte es ein Lokomobil, mit dem für Malsbenden Strom produziert wurde. Lange Zeit arbeitete dort die Wäscherei Moog. Danach zogen Jehovas Zeugen ein, bis sie sich ein neues Zuhause bauten. Seit gut zehn Jahren steht der vordere Bereich des Hauses leer. Für die Jugendarbeit des Kolosseums eignet sich der Raum mit rund 110 Quadratmetern hervorragend.
Über 30 Jahre war das evangelische Jugendhaus in Gemünd, die ehemalige evangelische Schule, Anlaufstelle für die Jugendlichen aus der Region. Der Kreis unterstützte die Jugendeinrichtung viele Jahre als „Kleine offene Tür“. Eine Trägergemeinschaft, bestehend aus verschiedenen Vereinen, den beiden Kirchengemeinden sowie der Stadt Schleiden, setzte die Arbeit mit Unterstützung des Kreises seit 1999 fort. Infolge der immer schwieriger werdenden finanziellen Situation wurde am 25. April der Verein Kolosseum-Gemünd e.V. gegründet. Sinn und Zweck dieses Vereins ist die Fortsetzung der offenen Jugendarbeit in Gemünd.
Die evangelische Kirchengemeinde wird die Trägerschaft Ende 2006 an den Verein übergeben. „Nach dem Willen der 16 Gründungsmitglieder soll das Kolosseum die Jugendarbeit weiterführen“, sagt Vorsitzende Christa Mann aus Olef. Ihr Stellvertreter ist Rolf Hörnchen, Kassierer Manfred Müller, Schriftführer Erik Schumacher und 1. Beisitzer Jan Wattjes. Der Antrag auf Anerkennung als „Träger der freien Jugendhilfe“ wurde beim Kreis gestellt. Über ihn soll nach der Sommerpause entschieden werden. Jan Wattjes ist optimistisch und rechnet mit einem positiven Bescheid. Sobald die Voraussetzungen erfüllt sind, kann die pädagogische Fachkraft (halbe Stelle) weiter beschäftigt werden. Die Stelle übt seit fünf Jahren Sigrid Sanden-Hermes aus. Wenn das Kolosseum aus der Alten Bahnhofstraße in die Lindenstraße umgezogen ist, will die evang. Kirche überlegen, sich wegen der Finanznöte von dem in die Jahre gekommenen Haus zu trennen.
Jan Wattjes hofft, dass die 25 bis 30 Jugendlichen schon bald das neue Kolosseum mit Farbe und Pinsel verschönern. Dazu werden Sach- und Geldspenden gerne entgegen genommen. Ohne die tatkräftige Unterstützung der Bevölkerung wird der Verein nicht auskommen, denn er muss auch die laufenden Betriebskosten aus eigener Kraft aufbringen. Sach- oder Geldspenden werden vor allem auch benötigt für einen neuen Fußboden sowie für Spiel- und Beschäftigungsmaterial. Der Verein sucht für seine Jugendarbeit noch Mitglieder. Den monatlichen Mitgliedsbeitrag kann jeder selbst für sich festlegen.
Anmeldungen sind möglich bei Christa Mann aus Olef oder bei Rolf Hörnchen aus Harperscheid.