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Junge Mutter vor GerichtBei gefährlichen Sexspielen erstickt

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Vor dem Bonner Landgericht muss sich eine junge Mutter verantworten. (Symbolbild: dpa)

Bonn – Die Stellenanzeige klang verlockend: „Top Job für Schülerin und Studentin! Frau zwischen 16 und 25 Jahren gesucht!" Auch eine erstklassige Vergütung versprach der Inserent. Laura L. (Name geändert), 19 Jahre alt und im Mutterschutz, brauchte dringend Geld. Eine Freundin fühlte vor: Der 49-jährige Inserent bevorzugte Sado-Maso-Spiele. Die Freundin warnte Laura L .: Aber die angehende Kinderpflegerin verabredete sich ab Juni 2008 wiederholt mit dem Mann. Am 11. Oktober 2008 starb der 49-Jährige bei dem von ihm verlangten Sexspiel. Er war erstickt.

Die Bonner Staatsanwaltschaft hat Laura L. gestern wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt. Demnach soll die heute 21-jährige den 49-jährigen in seiner Wohnung mit Klebeband gefesselt und geknebelt haben: Dann habe sie, wie von dem Mann beauftragt, die Nase zugehalten, um ihn bewusstlos zu machen. Selbst wenn er „um „Hilfe schreien würde", so die Verabredung, solle sie weiter machen. Tatsächlich soll der Mann an diesem Tag versucht haben, etwas zu rufen, auch habe er mit dem Körper geruckt. Aber Laura L. sei davon ausgegangen, dass sie weiter machen sollte. Als Laura L. merkte, dass der Mann tot war, versuchte sie ihn noch wiederzubeleben. Aber es war zu spät: Dieser Tod, so heißt es in der Anklage, wäre vermeidbar gewesen, wenn sie rechtzeitig aufgehört hätte, die Nase zuzuhalten.

Tatsächlich soll der Tote, der seit 1996 Sado-Maso-Sex praktiziert haben soll, die Angeklagte massiv unter Druck gesetzt haben, weil es ihr bei all den Treffen nicht gelungen sei, ihn bewusstlos zu machen. Laut Anklage soll sie in der Zeit knapp 2000 Euro verdient haben. Versprochen allerdings habe der Freier mehr, wegen „schlechter Arbeit" habe er regelmäßig die Honorare gedrosselt, so die Staatsanwaltschaft weiter.

Freund um Hilfe gebeten

Am Tatabend hatte Laura L., so die Ermittlungen, einen Freund um Hilfe gebeten. Der 29-Jährige holte sie am Tatort ab und half ihr, eine Tasche mit Beweismitteln - Klebeband, Schnüre, auch ihre Zigarettenkippen - an verschiedenen Rastplätzen zu entsorgen. Der Freund sitzt demnächst ebenfalls auf der Anklagebank und muss sich wegen versuchter Strafvereitelung verantworten.

Besonders tragisch: Laura L. war gewarnt gewesen. Ihre Freundin war zur Polizei gegangen und hatte berichtet, was sich hinter der „Stellenanzeige" verbarg. Die Beamten hatten daraufhin sowohl Laura L. als auch das Opfer vor solchen Praktiken gewarnt, sie seien lebensgefährlich. Aber die 19-Jährige wollte davon nichts wissen. Und auch der 49-jährige hatte laut Staatsanwaltschaft den Kontakt mit der Polizei abgeblockt. Vier Tage nach der Tat merkte die Freundin, dass mit Laura etwas nicht stimmte und ahnte, was geschehen ist: L. beichtete ihr das Unglück und gestand es später auch bei der Polizei.

Demnächst muss sie sich vor dem Jugendschwurgericht verantworten: Würde sie als Erwachsene verurteilt, müsste sie mit einer Haftstrafe zwischen drei und 15 Jahren rechnen.