Abo

Jungfrau Hans René SionFür seine Saucen schwärmen die Damen

2 min

Dass eine Jungfrau Töchter hat, ist im Kölner Karneval nichts Ungewöhnliches. Was Hans René Sion zu „beaten“ hat, dürfte aber absoluter Rekord sein: Sieben Töchter hat er zusammen mit seiner spanischen Frau Maria Belén Ayensa Fernández. Die beiden ältesten, Beatriz (21) und Jennifer (20), brachte die Mama in die Ehe mit, die nächsten beiden Laura (19) und Lisa (17) stammen aus Renés erster Ehe (alle vier sind das, was man in Köln „Schöss“ nennt, also bildhübsch), dazu kommen die gemeinsamen Kinder Victoria (5), Anna (4) und Isabel (3).

Die jetzigen Eheleute lernten sich beim Veedelzoch 2000 an Karnevalssamstag in Heimersdorf kennen. Normalerweise herrscht familiäre Harmonie bei Sions. Nur beim Fußball während der EM 2008 und der WM 2010, als es beide Male entscheidende Duelle zwischen Spanien und Deutschland gab, war der Familienfrieden (vorübergehend) gestört: hier Belén und ihre Töchter, dort der Rest der Erwachsenen.

Hans René (42), die Jungfrau „Reni“, stammt aus der Kölschbrauer-Familie Sion. Nach dem Abitur studierte er in Florenz Humanmedizin, brach das Studium jedoch 1996 ab, als seine Mutter starb: Hans wurde in der Geschäftsführung der Brauhaus GmbH gebraucht. Ende 2010 läuft der Pachtvertrag für das Brauhaus aus, dann wird der Junior mit Partnern die Betreibergesellschaft übernehmen: „Wir wollen es da positionieren, wo es hingehört.“

Die Familie wohnt direkt über dem Brauhaus, die Ehefrau kümmert sich um die Vermietung des Apartmenthauses gleich nebenan. Die drei kleinen Kinder gehen praktischerweise in den bilingualen deutsch-spanischen Kindergarten von Groß St. Martin. In den Ferien fahren die Sions oft zu Mamas Familie nach Galicien im Nordwesten Spaniens. So wählerisch Reni beim Essen is(s)t (übrigens wie Tochter Victoria), so sehr ist er ein begabter Koch, der auch kein Problem damit hat, sich an Dinge wie Fisch zu wagen, den er selbst nicht mag. „Er kocht super“, findet seine Frau Belén, und für seine Saucen schwärmt die ganze Mannschaft - pardon: die große Damenriege. (vol)