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Juwelier ausgeraubtBrutaler Überfall in Bauarbeiter-Montur

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Wer kennt diesen Mann? Die Polizei Köln bittet darum, den flüchtigen Täter nicht selbst anzusprechen sondern umgehend über den Notruf 110 die Polizei zu informieren. (Bild: Überwachungskamera des Juweliers)

Köln – Sie wollte vor dem Wochenende auf die Sonnenbank - jetzt aber liegt die 19-jährige Kölnerin mit einer schweren Schussverletzung in der Uni-Klinik: Ein Räuber schoss der Frau vor einem Sonnenstudio an der Neusser Straße in Weidenpesch ins Bein. Ganz plötzlich war die Kölnerin mitten in einen dramatischen Raubüberfall geraten. „Die Kundin war zur falschen Zeit am falschen Ort“, sagte ein Mitarbeiter des Sonnenstudios. Ausgerechnet als der Räuber aus dem benachbarten Juweliergeschäft flüchtete, stand die 19-Jährige vor der Tür und rauchte eine Zigarette, weil in dem Sonnenstudio noch keine Kabine frei war.

Es war 11.30 Uhr, als ein als Bauarbeiter verkleideter Mann in die Räume des Schmuckgeschäfts stürmte und sofort um sich schoss. „Der Räuber feuerte auf die Schlösser der Vitrinen und griff dann in die Auslage“, sagte ein Polizeisprecher. Die Angestellten in dem Laden flüchteten entsetzt in die hinteren Räume. In diesem Augenblick liefen zwei Frauen am Geschäft von Juwelier „Altherr“ vorbei und hörten laute Hilfeschreie. Die Frauen aus einer nahen Schneiderei sprachen Werner Konopalzki an, der gerade aus der Sparkasse kam. „Haben Sie ein Handy. Rufen Sie die Polizei“, riefen die Frauen - und der 48-Jährige griff zum Telefon.

In diesem Moment lief der Räuber aus dem Geschäft. Mehrere Zeugen folgten ihm. Auf der Flucht schoss der rund 35 Jahre alte Mann um sich und traf die Besucherin des Sonnenstudios am Oberschenkel. Offenbar wollte die Frau den Räuber festhalten; dabei fiel der Schuss. Augenzeugen vor Ort berichteten allerdings, dass der Täter nicht gezielt auf die Frau, sondern auf die kleine Gruppe schoss, die ihn verfolgte.

Dem Räuber gelang mit Schmuck im Wert von mehreren zehntausend Euro die Flucht über einen Hinterhof. Besonders hochwertige Uhren hatte der Mann mitgenommen. In der Nähe des Tatortes fand die Polizei am Nachmittag ein „verdächtiges Auto“, wie es hieß. Ob es das abgestellte Fluchtfahrzeug des Räubers ist, blieb zunächst unklar.

Die schwer verletzte Frau konnte am Nachmittag bereits schon von den Ermittler befragt werden. Genaue Angaben über das Aussehen des Täters konnte die Polizei zunächst nicht machen. Bekannt ist nur, dass er einen weißen Bauarbeiterhelm und eine neonfarbene Bauarbeiterweste trug. Zu diesem Outfit passte allerdings nicht die Buntfaltenhose, die der Täter getragen haben soll. Es kann davon ausgegangen werden, dass in den kommenden Tagen ein Phantombild des Räubers veröffentlicht wird.

Es gibt mehrere Zeugen, die auf der belebten Neusser Straße zur Tatzeit unterwegs waren, darunter auch eine schwangere Frau. Eine Freundin der Schwangeren machte sich große Sorgen und kam aufgeregt angelaufen. „Geht es Dir gut? Geht es Dir gut?“, rief die Freundin über die Polizeiabsperrung hinweg. Es war der Schwangeren nichts passiert - und so konnte die Frau zum Telefon greifen und Angehörige beruhigen. Mit zwei Polizeibullis wurden Zeugen und Mitarbeiter des Geschäftes zur Befragung in die Innenstadtwache an der Stolkgasse gebracht.

Mit einem Polizeihubschrauber, zivilen Kräfte und mehreren Streifenwagen fahndete die Kripo stundenlang nach dem Räuber. „Wir können nur vor dem Mann warnen. Er könnte noch bewaffnet sein“, hieß es von der Polizei. Die Behörde betonte ausdrücklich, dass Zeugen den geflohenen Täter nicht ansprechen und stattdessen unverzüglich den Notruf 110 wählen sollten. Weitere Hinweise in dem Aufsehen erregenden Fall an die Kölner Kripo unter Ruf 0221 / 229-0.