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JuweliermeisterinEin sehr kunstfertiges „Recycling“

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Ein wahrer Blickfang ist die Kette aus Schaumkorallen und Keshi-Perlen. (Foto: Kolhagen)

Euskirchen – Ein schöner Ring oder ein edles Armband bilden immer ein ganz besonderes Geschenk. Und gerade jetzt zu Weihnachten werden die Liebsten gerne mit einem Schmuckstück überrascht.

Zu den Menschen, die mit Kreativität und kunstfertigen Händen für Nachschub an kleinen Schätzen sorgen, zählt Dagmar Nolden. Sie ist Goldschmiedin und betreibt seit zwölf Jahren ihre eigene Werkstatt in Euskirchen. Dagmar Nolden wollte schon immer einen kreativen Beruf ausüben, wusste aber lange nicht, in welche Richtung es gehen sollte. Sich selbst in ihrer Arbeit ausdrücken zu können, war ihr dabei besonders wichtig. „Ich habe mich sowohl für die Malerei als auch die Bildhauerei interessiert. Bei der Arbeit als Goldschmiedin kann ich diese beiden Kunstformen verbinden“, erläuterte die Euskirchenerin ihre Berufswahl.

Wenn sie ein Schmuckstück herstellt, muss sie zunächst sehr genaue Skizzen anfertigen. Danach folgt die handwerkliche Arbeit, die viel Fingerspitzengefühl erfordert. Dagmar Nolden arbeitet auch nicht nur mit Gold, wie ihre Berufsbezeichnung vielleicht vermuten lässt. Goldschmied bezeichnet jemanden, der Schmuck herstellt, egal, aus welchem Material. Und da ist die Auswahl groß. Neben Gold, Silber oder Titan verwendet Nolden auch Edelsteine und Perlen. Aber ihr Lieblingsmaterial ist Silber: „Da sind die Gestaltungsmöglichkeiten fast unbegrenzt, weil es sehr weich ist.“ Dadurch kann Silber leicht bearbeitet werden.

Ansonsten findet man in den Ausstellungsräumen der Euskirchenerin Schmuckkreationen aus besonderen Materialien. „Das Spezielle war schon immer mein Faible. Ich mag das, was nicht so üblich ist.“ So findet man bei Dagmar Nolden Ketten, Ohrringe und Armreifen aus gelben Saphiren, grünen Granaten oder Rutil-Quarzen. Letztere sind Bergkristalle mit Fadeneinschlüssen in Braun oder Gold.

Wertvolle Erfahrungen gesammelt

Bevor Dagmar Nolden ihre eigene Goldschmiede eröffnet hat, hat sie bei drei ganz verschiedenen Unternehmen Berufserfahrung gesammelt. Station machte sie in einer großen Goldschmiede, in einem kleinen Einzelhandelsgeschäft und bei einem Juwelier, der Designerschmuck verkaufte. Geprägt, so sagt sie, hätten sie alle drei Arbeitsstellen, da sie so unterschiedlich gewesen seien. „Dadurch habe ich heute eine große Bandbreite in meiner Arbeit.“

In dem Einzelhandelsgeschäft in Heimerzheim war ein Uhrmacher ihr Chef. Dadurch konnte sie in der Schmuckherstellung direkt sehr eigenverantwortlich arbeiten. Die Erfahrungen aus dieser Zeit waren besonders hilfreich, als sie sich dann einige Jahre später selbstständig machte. Doch vor allem die Arbeit in dem Juweliergeschäft hat bei Nolden großen Eindruck hinterlassen.

Dem Stil des Geschäfts entsprechend, hat sie dort auch selbst außergewöhnlichen Schmuck entworfen und hergestellt. Das Außergewöhnliche blieb immer ein Teil von Dagmar Noldens Arbeit. Auch ihre jetzige Spezialisierung fällt in diese Kategorie. Sie stellt aus dem Altgold ihrer Kunden neue Schmuckstücke her. Das Ergebnis ist dann immer ein ganz individuelles Stück, das den persönlichen Wünschen des Kunden entspricht. Die Kunden können so gleichzeitig noch die Materialkosten sparen. Erbstücke, die einem nicht mehr so gut gefallen, bleiben auf diese Weise in der Familie, halt nur in einer neuen, modernen Fassung. Der Erhalt der Familienstücke sei für viele Kunden wichtig, so Nolden. Auf diese Weise steigert das Einschmelzen und Neuverarbeiten in den Augen der Goldschmiedin nochmal den persönlichen Wert des Schmuckstücks. „Die Kunden setzen sich viel intensiver mit dem Stück auseinander als sonst, da sie mir genau sagen können, was sie haben wollen. Und so wird es für den Besitzer zu etwas ganz Besonderem, mit dem er sich identifizieren kann.“

Anregungen können sich Neukunden in einem Fotokatalog holen, den die Euskirchenerin zusammengestellt hat. Denn jedes Stück, das sie aus Altgold anfertigt, wird fotografiert. Ein Lieblingsstück hat sie aber nicht. Jedes Schmuckstück wird mit viel Liebe hergestellt. Doch wenn es den Laden verlässt, löst sie sich auch emotional davon, meint Dagmar Nolden.

Ihr Gesellenstück, ein Armband aus Gelbgold mit Rubinen, und ihr Meisterstück, ein Collier mit einem Anhänger, ebenfalls aus Gelbgold und mit Rubinen und Rutil-Quarzen besetzt, sind allerdings unverkäuflich.