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Karnevalsrufe„Juh-Jah“, „Helau“ und „Wau-Wau“

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Eins ist immer gleich: Der Arm wird zum Karnevalsgruß gehoben – so wie es hier die Marmagener Prinzessin Rosi I. (Krahe) macht. (Foto: Küpper)

EIFELLAND – „Alaaf“ kennt jeder. „Helau“ (leider) auch. „Wau-Wau“ kennen viele. Bei „Juh-Jah“ sind die Geister los. Und wer „Oh Äh“ kennt, der ist Experte – oder aus Uedelhoven.

Die Karnevalsrufe im Eifelland sind vielfältig. Doch wieso, weshalb, warum hat der eine Ort „Juh-Jah“ und der andere „Helau“. Wer nicht fragt, bleibt dumm. Aber: Wer fragt, wird auch nicht immer schlauer. In Blankenheim zum Beispiel. Da gibt es den Karnevalsverein nachweislich seit 399 Jahren. Wenn die Jecken in dem kleinen Ahrstädtchen feiern, dann rufen sie „Juh-Jah“. Und wieso? „Das ist nicht bekannt“, sagt Harry Balter , oberster Karnevalist in Blankenheim. Zumindest habe es bislang nicht nachgewiesen werden können.

Was sicher ist, ist, dass die Blangemer ihrem Karnevalsruf ein ganzen Lied gewidmet haben, das auch im Geisterzug lautstark gesungen wird. „Juh-Jah, Kribbel en der Botz. Wer dat net hätt, dä es nix notz!“, lauten die ersten beiden Zeilen. „Die Gema wollte vor einigen Jahren dafür mal Gebühren von uns erheben“, sagt Harry Balter. Da habe er denen erklären müssen, dass das Lied „den Blankenheimer Karnevalisten gehört und sie dafür nichts zu bezahlen hätten“.

Zur Gemeinde Blankenheim gehört auch Lommersdorf. Dort gibt es glatt eine kleine, aber feine Schar, die „Helau“ ruft – ausgerechnet „Helau“. Aber weshalb das denn? Eine wirkliche Erklärung konnte nicht gefunden werden, obwohl mit der 95-jährigen Anna Dreimüller noch die erste Karnevalsprinzessin des Orts gefragt werden konnte. Doch auch die wusste nichts über die Herkunft. Es wird allerdings gemunkelt, dass die Lommersdorfer, die sehr eigen sein sollen und daher schon mal als die Dreiborner von Blankenheim bezeichnet werden, sich einfach nur abgrenzen wollten. Die umliegenden Orte hatten alle „Alaaf“, die Blankenheimer ihr „Juh-Jah“ und so riefen die Lommersdorfer schlicht „Helau“. Doch Belege dafür gibt es nicht.

Die Erklärung von Peter Schulze , Vorsitzender des Karnevalsvereins Engelgau, dagegen fällt kurz und eindeutig aus: „Auf Engelgau reimt sich eben nur Helau.“

Bei den „Löstigen Höndche“ in Nettersheim lag der „Schlachtruf“ nahe. Wenn schon Hunde, dann auch „Wau-Wau“. Aber warum werden die Nettersheimer überhaupt Höndche genannt? „Ich kenne da nur eine Anekdote“, sagt Ruth Müllenborn , Chefin des Karnevalsvereins. Demnach seien die Nettersheimer Jungs nach dem Krieg auf Kirmes-Feiern oder anderen Festen in der Umgebung immer als recht „bissig“ aufgefallen. „Und das hat ihnen den Spitznamen Bloodhöndche, aus dem Höndche wurde, eingebracht.“ Doch sie wolle sich noch mal vergewissern. Nach kurzer Zeit meldet sie sich wieder. „Ich habe einen Nettersheimer gefragt, der auch schon 52 Jahre im Karnevalsverein ist“, sagt Müllenborn. Demnach seien die Nettersheimer auch schon vor dem Krieg „Höndche“ genannt worden. Woher das aber jetzt komme, wisse er auch nicht. Na, ja, sicher ist: Hunde die bellen, beißen nicht: „Wau-Wau.“

In der Gemeinde Weilerswist wird bei Saalveranstaltungen bisweilen ein närrisches Zwiegespräch zwischen Moderator und Saalpublikum gehalten, das nach festen Regeln abläuft. Da ruft der Moderator die Karnevalisten der einzelnen Ortschaften auf. Für Lommersum ruft er „Spanien“ und das Volk antwortet „Olé“. Dann brüllt er „Metternich“ – und ein lautes „Radau“ schallt ihm entgegen. „Müggenhausen“ wird mit dem Ruf „immer blau“ gekontert. Auf „Vernich“ darf das laute „Ja“ nicht fehlen. Und zu guter Letzt heißt es „Wielde“, und das Publikum skandiert „Ahoi“. Abgeschlossen wird dieser Dialog mit dem „Danke“ des Redners und dem lautstarken „Bitte“ der Menge.

Und dann gibt es noch den Bundesverband Deutscher Männerballette (BVDM). Der hat auf seiner Internetseite eine tolle Auflistung der Karnevalsrufe, in der sich auch „Oh Äh“ findet. Und dieses „Oh Äh“ ist den Uedelhovener zugeordnet. Kann das stimmen? „Ja“, sagt der Uedelhovener Erwin Stein . Das „Oh Äh“ sei ein alter Ausdruck als Antwort auf eine Frage, mit der man sich nicht näher beschäftigen wolle – so etwas wie: Lass mich damit in Ruhe. Und so sei dieser Ausspruch dann in den Uedelhovener Karneval gelangt. Die närrischen Aktivitäten seien zwar noch vorhanden, allerdings auf Sparflamme, so Erwin Stein, der zu diesem Thema schmunzelnd sagt: „Oh Äh!“