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KartoffelferienDen Gaumenschmaus ausgebuddelt

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(Bild: dpa)

GADEROTH – Früher wurden die Herbstferien auch Kartoffelferien genannt. Sobald die Kartoffeln reif waren, kamen die Schulklassen, um gemeinsam die tolle Knolle zu ernten. Der 48-jährige Biobauer Stefan Schmidt erinnert sich noch genau an diese Zeit. Am Sonntag veranstaltete er das erste Bergische Frühkartoffelfest auf seinem Acker in Gaderoth. Besonders jungen Familien mit Kindern wollte er die Kartoffelernte nahe bringen.

Nur mit Mist gedüngt, schmeckt sie am besten

„Die konventionelle Kartoffel ist der reinste Chemiecocktail“, erzählte Bauer Schmidt. „Die Kartoffel, die nur mit Mist gedüngt wird, hat einen viel besseren Geschmack als die herkömmlichen aus dem Handel.“ Auf seinem Acker konnten die Besucher die Kartoffelsorte Salome, eine festkochende Frühkartoffel, von Hand ernten und anschließend kaufen. „Die Sorte Salome ist sehr unbekannt, aber vom Geschmack her allen anderen Sorten überlegen“, erzählte Schmidt. Die kleinen und großen Kartoffelliebhaber liefen mit Eimern ausgestattet begeistert über das Feld.

Nachdem die Knolle ausgebuddelt war, sammelten sie die Erdäpfel in Windeseile ein. „Ich habe schon Rückenschmerzen von dem schweren Eimer“, klagte die sechsjährige Romy, die zusammen mit ihrer Freundin Zoe im Minutentakt den Eimer füllte. Die Trockenheit der letzten Wochen machte sich dadurch bemerkbar, dass die Kartoffeln tiefer gewachsen sind. Nach der Ernte erzählte Bauer Schmidt den Interessierten am Lagerfeuer die Geschichte der Kartoffel. Norbert Eising aus Breunfeld war mit seiner Tochter Melina (drei Jahre) fleißig bei der Ernte. „Als Kind habe ich in den Herbstferien immer geholfen. Ich erinnere mich gerne an die Zeit zurück, und deshalb ist das ein schönes Gefühl heute wieder auf einem Acker Kartoffeln von Hand zu ernten.“ Nebenbei konnte noch beim Kuhroulette mitgetippt werden. Außerdem konnten sich die Besucher bei einer Kräuterführung mit der Nümbrechter Kräuterpädagogin Charly Weidenbrücher über die heimischen Pflanzen informieren. „Ich möchte den Oberbergern zeigen, was für eine faszinierende Natur wir hier haben“, so die Pädagogin.

Bei leckeren Reibekuchen und Rosmarinkartoffeln, die selbstverständlich aus den ersten Frühkartoffeln zubereitet wurden, sowie Getränken wie Biokölsch und frische Biomilch, stärkten sich die Besucher nach der anstrengenden Kartoffelernte.