BONN. Er war fünf Jahre lang von 1993 bis 1998 bei den Telekom Baskets der unumstrittene Publikumsliebling. Weitere fünf Jahre später kehrt der amerikanische Sonnyboy in die deutsche Basketballszene zurück: Eric Taylor unterschrieb einen Einjahresvertrag beim Nord-Zweitligisten BSG Bremerhaven. Der inzwischen 33 Jahre alte, nur 1,78 m große Guard hatte großen Anteil daran, dass die Baskets 1995 in die Erste Liga aufstiegen und im Jahr danach auf Anhieb die erste Vizemeisterschaft feierten. Nach einer langwierigen Knieverletzung wurde sein Vertrag im Sommer 1998 nicht verlängert, er kehrte in seine US-Heimat zurück und arbeitete in der CBA (Unterbau der NBA) bei den Grand Rapid Hoops an seinem Comeback.
Im Februar 1999 wieder in Europa, folgte eine Odyssee durch mehrere Länder: Auf Oberwarth / Österreich folgten Torjan Pojat / Finnland, die London Towers und schließlich die Solna Vinkings aus Stockholm / Schweden. Vor einem Jahr wechselte Taylor zunächst nach Polen (Stal Ostrow), um dann aber schon im Oktober 2002 zu den Schweden zurück zu kehren. Dort feierte er endgültig sein großes Comeback: Er gewann mit den Wikingern die schwedische Meisterschaft und wurde zum MVP (wertvollster Spieler) der Liga gewählt. Seine Statistiken (23,8 Punkte, 6,7 Assists, 4,7 Rebounds und 2,6 Steals) sprechen allein schon für sich.
Mit der Verpflichtung von Taylor unterstreicht Bremerhaven seine Ambitionen auf eine Aufstieg in die Basketball Bundesliga (BBL). In der abgelaufenen Saison waren die Norddeutschen hinter dem überragenden Meister Quakenbrück (60:0) punktgleich mit Schwelm (beide 50:10) auf dem dritten Rang gelandet und hatten sich um eine der beiden Wildcards für die BBL beworben.
Seit der Wechsel von Taylor bekannt ist, herrscht bei vielen Baskets-Fans schon Vorfreude, den Star der frühen Jahre wieder in Aktion zu erleben: Entweder beim Zweitliga-Gastspiel von Bremerhaven bei den 2BA-Dragons auf dem Honnefer Menzenberg (Termin steht noch nicht fest) - oder sogar als Gegner der Baskets auf dem Hardtberg.
Wie dieses? Zwar hat die BBL Ende Juni die Wildcards für die auf 16 Vereine aufgestockte Liga an Trier und Würzburg vergeben. Aber beim Traditionsklub Brand Hagen drohen die Lichter auszugehen. Gut zwei Wochen vor der entscheidenden Sitzung des Ligaausschusses (15. August) sind weder der Etat für die kommende Saison noch die Finanzierung der geplanten neuen Halle gesichert, die notwendig ist, weil die altehrwürdige Ischelandhalle den BBL-Standards nicht mehr entspricht. Die BBL hatte Hagen die Lizenz und einen vorüber gehenden Umzug in die Dortmunder Westfalenhalle oder die Arena Oberhausen nur unter der Auflage bewilligt, dass bindende Beschlüsse zum Hallenneubau in Hagen gefasst werden.
Sollte dies bis 15. August nicht gelingen, erhält Hagen keine Lizenz, über den Nachrücker bestimmen dann die Gesellschafter der BBL (Vertreter aller Vereine, ein DBB-Vertreter und BBL-Vorsitzender Wolfgang Kram): Es wird dann keine neue Präsentation der Vereine nötig sein, die BBL hat ja alle notwendigen Informationen von den Vorstellungen im Juni, erläuterte BBL-Pressesprecher Dirk Kaiser gestern auf Anfrage der Rundschau. Damals hatten sich neben Bremerhaven auch die Bremen Roosters, die Schwelmer Baskets, der SSV Ulm und Luxemburg beworben. Und sollte für den Fall, dass in Hagen die Lichter ausgehen, die Wahl auf Bremerhaven fallen, wäre die Rückkehr von Strahlemann Eric Taylor auf den Hardtberg perfekt.
Mit Tilo Klette hat ein weiterer Bankspieler der Baskets-Mannschaft in diesen Tagen einen Vereinswechsel vollzogen: Der 25-jährige 2,05-m-Center unterschrieb beim österreichischen Erstliga-Aufsteiger WBC Wels für ein Jahr.
Und was tut sich bei den Baskets selbst? Wie in jedem Jahr werden die Fans unruhig, weil nach den Vertragsverlängerungen von Aleksandar Nadjfeji und Branko Klepac sowie der Verpflichtung des neuen slowenischen Playmakers Aleksandar Capin keine Neuigkeiten durchsickern: Trainer Predrag Krunic und Sportmanager Arvid Kramer haben sehr viele interessante Namen auf dem Papier und stecken mitten in Verhandlungen, berichtete Baskets-Sprecher Michael Mager. Es bestehe aber keinerlei Anlass zu Hektik: Ende August geht es ins Trainingslager, dann soll das Team stehen. Es ist aber auch dann nicht ausgeschlossen, dass eine Position noch bis nach den Europameisterschaften Anfang September in Schweden frei bleibt, gab Mager einen groben Zeitrahmen vor.
Was aber nicht ausschließt, dass noch diese Woche der Name eines Krachers für die Starting five bekannt gegeben wird . . .