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Keine 200-Euro-ScheineAngst vor Blüten

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In Deutschland wurde wieder mehr Falschgeld aus dem Verkehr gezogen. (Bild: dpa)

WIPPERFÜRTH / LINDLAR – „Leider können wir im Moment aus Sicherheitsgründen keine 200-Euro-Scheine annehmen“ heißt es an den Kassen des Edeka-Marktes Byhan in Wipperfürth. „Die Sparkasse hat uns gewarnt“, erklärt Marktleiter Marcus Byhan: „Wir bedauern die Situation, denn wir möchten uns ja auch nach den Kunden richten. Aber wir haben die Warnung der Bank ernst genommen. Zum Eigenschutz und auch zum Schutz der Kunden. Denn wenn wir Falschgeld annehmen, fehlt uns das Geld in der Kasse und am Ende muss der Kunde höhere Preise in Kauf nehmen.“

Sparkasse entdeckte sehr gut gemachte Blüte

„Wir haben tatsächlich vor kurzem eine sehr gut gemachte 200-Euro-Blüte entdeckt“, erklärt Erhard Hombrecher, Leiter der Organisation der Sparkasse Hückeswagen / Radevormwald. Darüber habe er seine Kunden sofort informiert und zur Vorsicht gemahnt.

Was machen andere Geschäfte? Werden 200- und 500- Euro-Scheine als Zahlungsmittel überall angenommen? Die BLZ hat nachgefragt.

Markus Becker, stellvertretender Marktleiter des Rewe XL in Lindlar hat keine Probleme mit 200- und 500-Euro-Banknoten. „Wir richten uns nach den Kunden“, sagt er. Mit Falschgeld hätte es bislang noch keine Probleme gegeben. Größere Geldscheine würden jedoch geprüft werden.

Auch im Lindlarer Autohaus Heitmeyer werden 200er und 500er angenommen: „Wir haben öfters mit größeren Geldsummen zu tun“ sagt Mitarbeiterin Marion Willenbacher. „Natürlich untersuchen wir die Scheine mit einem Prüfgerät, bisher ist uns noch kein Falschgeld untergekommen.“ Bei Elektro Schätzmüller in Wipperfürth sind trotz wertvoller Geräte große Scheine die Ausnahme. „In den acht Jahren, die ich hier bin ist mir noch nie ein 500-Euro-Schein untergekommen“, sagt Geschäftsführer Christoph Herzhof. „Grundsätzlich annehmen würden wir sie aber.“ Auch hier kommen alle Scheine in ein Prüfgerät.

Die Tankstelle Aral in Wipperfürth nimmt nach Möglichkeit keine 500-Euro-Noten an. „Wenn wir das tun würden, bräuchten wir viel Wechselgeld“, sagt Betreiber Stefan Koletzko. „Und selbst wenn wir dann herausgeben könnten, kann es bei dem nächsten Kunden mit dem Wechselgeld knapp werden.“ Auch er prüft die Scheine mit einem speziellen Gerät.

Bei der 200-Euro-Blüte, die die Sparkasse Radevormwald / Hückeswagen entdeckte, hätte dies nicht ausgereicht: „Es war eine außergewöhnlich gute Fälschung. Mit den Prüfungsgeräten, die Supermärkte benutzen, hätte sie gar nicht erkannt werden können“, sagt Hombrecher. „Diese sind nämlich nicht so genau wie die Geräte, die uns in der Sparkasse zur Verfügung stehen.“ Gerade deshalb sei es wichtig, die Scheine genau anzusehen und auch zu zu betasten. „Auf jedem Schein steht oben EZB. Dieses kann man ertasten. Die wenigsten Blüten weisen dieses Merkmal auf.“ Ist derzeit mehr Falschgeld im Umlauf? „Davon ist uns nichts bekannt“, erklärte die Pressestelle der Polizei auf Nachfrage.

Geschäften steht es frei, größere Geldscheine abzulehnen, solange darauf gut sichtbar hingewiesen wird. Auch gilt die Regel, dass der verwendete Geldschein dem Zahlungsbetrag angemessen sein sollte. Das sieht auch Marcus Byhan genauso: „Sollten sie für 190 Euro bei uns einkaufen, werden wir selbstverständlich auch einen 200-Euro-Schein entgegen nehmen. Allerdings werden wir diesen dann ganz genau prüfen.“