WESSELING – Die Ölbilder und Aquarelle von Klaus Wünnenberg sind malerisch, bunt, üppig, verspielt, geometrisch bis hin zur kubistischen Auflösung der Perspektiven und machen Anleihen bei den Naiven, ohne jedoch naiv zu wirken. Nur eines sind sie nicht: trist. Und diese Eigenschaften prädestinieren seine Arbeiten geradezu dafür, die Wände der Gänge im Erdgeschoss und der Cafeteria im Dreifaltigkeitskrankenhaus zu säumen.
Es sind die kräftigen oder in Pastell gehaltenen Farbtöne, die den Besucher beeindrucken, Farben, in deren Umgebung man sich wohlfühlen kann und die so den Aufenthalt in einem Krankenhaus bestens aufhellen helfen. „So schön habe ich noch nie ausstellen können“, bemerkte der 1937 in Köln geborene Künstler beim Pressetermin in der Cafeteria.
In der Tat eignen sich die Räume hervorragend dazu, Kunst zu präsentieren, denn die Bilder können sich dort bei indirektem und bei Tageslicht gut entfalten, und haben Raum, ihre Wirkung zu entfalten. Die aktuelle Ausstellung „Schöne farbige Welt“ ist schon die zweite Ausstellung in diesem Jahr in den Räumen der Klinik.
Der Kunstverein Wesseling zeigt dort seit 2007 regelmäßig Werke vor allem hiesiger Maler und Bildhauer. Anschließend verbleibt das ein oder andere Werk im Haus, so dass billige Kunstdrucke dort glücklicherweise nicht zu finden sind.
Inspiriert wurde und wird Wünnenberg von seinen vielen längeren Auslandsaufenthalten in Fernost und Afrika. Der ehemalige Druckvorlagenhersteller und ausgebildete Lithograf - jahrelang für den Heinen-Verlag tätig - versucht, in seinen Ölbildern etwas vom Licht und den Farben aus Bali, Indonesien, Java, Tunesien, aber auch Norddeutschland einzufangen.
Der bekennende Wüsten-Fan hat keine Mission, wie er betont, außer vielleicht, beim Betrachter eine positive Gestimmtheit für die Schönheit der Landschaft auszulösen. Dabei kommt ihm seine Vorbildung zugute. Er ist ein Meister der Technik, des feinen Strichs und der Detailtreue, die auf seinen frühen Tuschezeichnungen aus den 70er Jahren erkennbar wird.
Erst Mitte der 80er Jahre fand er zu seinem eigenen Stil, wie er sagt, beeinflusst von August Macke und Lionel Feininger, aber nicht mit deren Radikalität behaftet. Zwar sind die Motive der Ölgemälde weit davon entfernt, realistisch zu wirken, die Wolken formieren sich in ihnen zu gräulichen Kuben, die Reisfelder auf Bali sind in ein helles Lavendel getaucht, die Landschaften und Vulkane eher geometrisch aufgefasst. Dennoch wirken die Kulturlandschaften der Reisfelder harmonisch und intakt.
Das neueste der insgesamt 18 Exponate, Reisfelder auf Bali, ist erst in der vergangenen Woche fertig gestellt worden. Mehr und mehr wendet er sich heute geometrischen Formen zu und beschäftigt sich malerisch mit den ungarischen Landschaften, der Heimat seiner Frau Esztera Zarandi.