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Kleingärten sind in Bergheim nicht gefragt

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BERGHEIM. Das Interesse an einer neuen Kleingartenanlage in der Kreisstadt ist gering. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung, die die Stadtverwaltung im vergangenen Jahr angestellt hatte und über die sie den Ausschuss für städtische Dienste vor kurzem unterrichtete.

Der Quadrather Stadtrat Helmut Paul hatte die Idee, dass es gut wäre, für die Bergheimer Bürger eine neue Anlage mit Kleingärten zu errichten. Schließlich zeigen Statistiken, dass in den westlichen Bundesländern im Vergleich zum Osten der Republik die Zahl der Kleingärten gering ist. In Sachsen zum Beispiel gibt es fünf bis sechs Kleingärten auf 100 Einwohner. Die „Laube“ im Grünen ist dort sehr beliebt. In westlichen Bundesländern liegt die Zahl bei weniger als einem Garten auf 100 Einwohner. Gerade für Mieter von Wohnungen könnte ein Schrebergarten ein willkommener Ersatz für den fehlenden Hausgarten sein, gab Paul zu bedenken. Ökologisch seien die kleinen Oasen zudem wertvolle Grünflächen. Die Stadtverwaltung erhielt vor knapp einem Jahr den Auftrag, den möglichen Bedarf zu ermitteln. Sie gab sich Mühe, interessierte Hobbygärtner zu finden. In Zeitungsartikeln, Flugblättern und Aushängen und in Kindergärten, Bürgerservicestellen, den städtischen Büchereien und auf der Homepage der Stadt im Internet forderte sie Interessenten auf, sich zu melden.

Vier Gartenfreunde

zeigten Interesse

Schließlich gab es acht Rückmeldungen. Diese Interessenten wurden zu einem Gespräch eingeladen. Zu dem Termin erschienen schließlich noch vier Gartenfreunde. Bei dem Treffen stellte sich heraus, dass eine Familie lediglich Interesse an „Grabeland“ hatte - das ist laut Bundeskleingartengesetz eine Parzelle, auf der lediglich einjährige Pflanzen angebaut werden dürfen. Zurzeit bereitet das Projekt Bergheim Süd-West die Errichtung einer Grabelandfläche vor. Für die Familie wurde der Kontakt zu dieser Initiative vermittelt.

Im Gegensatz zu Grabeland sind Kleingartenanlagen eine teure Angelegenheit. Etwa 150 000 Euro, schätzt die Verwaltung, würde die Infrastruktur für eine Anlage von einem Hektar Größe kosten. Dazu zählen Wege, ein Parkplatz, Wasseranschlüsse, die Kanalisation und ein Vereinsheim mit Gemeinschaftsplatz. Etwa 30 Prozent der Fläche würde davon in Anspruch genommen. Bliebe genügend Platz für 28 Kleingärten von etwa 250 Quadratmeter Größe. Deren Besitzer müssten allein für die Erschließung ihres Gartens knapp 5400 Euro bezahlen. Da sind weder die Grundstückskosten inbegriffen noch die Ausgaben für Bäume, Sträucher, Saatgut und ein Gartenhäuschen.

Die Kosten schreckten denn auch die verblieben drei Familien ab. Vor allem, da sich herausstellte, dass in der Kleingartenanlage Sonnenhang e.V. in Quadrath noch einige schon erschlossene Gärten zum Verkauf stehen für einen Preis zwischen 6000 und 10 000 Euro.

Ende des vergangenen Jahres beschloss der Ausschuss, keine weiteren Anstrengungen zur Errichtung einer neuen Kleingartenanlage zu unternehmen, da es dafür offensichtlich keinen Bedarf gebe. Sachsen ist eben weit weg.