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Klinik kündigte renommiertem Gefäßchirurgen

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Sein Name ist mit dem Krankenhaus Porz am Rhein eng verbunden. Professor Dr. Svante Horsch, 22 Jahre Chefarzt der Chirurgischen Klinik, baute dort den Schwerpunkt Gefäßchirurgie nicht nur auf, sondern gilt als führender Mediziner auf diesem Gebiet weit über Deutschland hinaus. Seit 1. Oktober steht der 63-Jährige allerdings nicht mehr in Diensten des rechtsrheinischen Krankenhauses, und das, obwohl sein Vertrag eigentlich erst im Februar 2009 ausgelaufen wäre.

Zum 30. September hatte die Klinikleitung dem angesehenen Spezialisten gekündigt und ihm statt dessen einen neuen, weitaus weniger attraktiven Dienstvertrag angeboten. Darin wäre Horsch, bisher Chef der Gesamtchirurgie und Leiter der Intensivstation, nur noch für die Gefäßchirurgie zuständig gewesen. Für die Bereiche Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie sollte ein zweiter Chefarzt eingestellt werden; die Intensivstation wurde der Anästhesie zugeordnet.

Wegen der zunehmenden Differenzierung des Fachs Chirurgie hätten Klinikberater vor etwa drei Jahren die - grundsätzlich sinnvolle - Teilung der Klinik vorgeschlagen, so Horsch. Doch während seiner Amtszeit war der erfolgreiche Chefarzt mit einer solch gravierenden Kompetenzbeschränkung verständlicherweise nicht einverstanden. Nach vielen Gesprächen kam es im Juli 2006 zu einer scheinbaren Einigung. Geschäftsführer Sigurd Claus sicherte Horsch zu, bis 2009 alleiniger Chefarzt der Chirurgie bleiben zu können. Unter seiner Leitung sollte ein Viszeralchirurg als künftiger Chefarzt für die Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie aufgebaut werden.

Doch dann entschied sich die Klinikleitung doch noch anders. Horsch: „Am 28. März hat mir Herr Claus die Kündigung überreicht.“ Im September schrieb ihm die Geschäftsleitung, dass sein Arbeitsplatz als Chefarzt der Gesamtabteilung zum 1. Oktober wegfalle. Ein Gütetermin, so Horsch, sei ergebnislos verlaufen. Auch auf sein Angebot, gegen eine Abfindung seinen Platz vorzeitig zu räumen, sei das Krankenhaus nicht eingegangen. Seinerseits hat der ehemalige Chefarzt Kündigungsschutzklage erhoben. Am 10. Januar steht die Verhandlung vor dem Arbeitsgericht an. Die Fortsetzung seiner Tätigkeit am Haus bis dahin habe man abgelehnt, sagt Horsch. Zur kommissarischen Leitung hat das Krankenhaus unterdessen einen Oberarzt für die Allgemein-, Unfall- und Viszeralchirurgie sowie einen weiteren für die Gefäßchirurgie bestellt. Pikant: Sein Erster Oberarzt, „eigentlich mein idealer Nachfolger“, habe das Krankenhaus bereits im Mai verlassen, „weil er ohne Habilitation keine Chance als Chefarzt bekam“.

Vor dem Hintergrund der schriftlichen Vereinbarungen sieht Horsch der Verhandlung gelassen entgegen. „Keiner versteht, wie das Krankenhaus handelt“, sagt er. Nur der Chirurgischen Klinik mit jährlich 3500 Operationen, darunter 1500 gefäßchirurgische Eingriffe, sei zu verdanken, dass das Krankenhaus noch nicht in den roten Zahlen stecke. Nachdem die Stelle für den Gynäkologie-Chefarzt derzeit vakant sei, der Chef der Inneren Medizin zum Jahresende in den Ruhestand gehe und jetzt auch er die Kündigung erhalten habe, so Horsch, stehe das Haus vor „großen Einschnitten.“ Geschäftsführer Claus wollte im Hinblick auf das laufende Verfahren keine Stellungnahme abgeben.