TROISDORF. Die häufigste Todesursache bei Frauen zwischen 35 und 55 Jahren ist Brustkrebs. Bundesweit erkranken jährlich 45 000 Frauen neu an Krebs, in Nordrhein Westfalen sind es 10 000 im Jahr. In den westlichen Ländern ist jede zehnte Frau betroffen - auch die Jüngeren erwischt es immer öfter. Vorsorge ist das A und O, denn je früher Brustkrebs erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Deshalb bietet die Barmer Krankenkasse in Zusammenarbeit mit der Frauenselbsthilfe nach Krebs und dem St. Josef-Hospital Kurse zum Thema Früherkennung an.
Wir wollen erklären, wie die Brust richtig untersucht wird, sagte Dr. Robert Kampmann, Chefarzt der Gynäkologie im St. Josef-Hospital. Im letzten Jahr, als die Kurse erstmals in diesem Rahmen angeboten wurden, hatten viele Frauen sich auch für das theoretische Umfeld interessiert. Sie wollten wissen, welche Therapien und Operationsmöglichkeiten es gibt und ob eine Chemotherapie nötig ist, erklärte der Chefarzt.
Der Andrang war so groß, dass nun im Mai wieder sechs Veranstaltungen im Troisdorfer St. Josef-Hospital stattfinden werden. Die meisten Kurse sind schon mit maximal 15 Frauen ausgebucht, aber man kann sich auf Wartelisten eintragen lassen, sagte Wolfgang Schlegel, Regionalgeschäftsführer der Barmer Ersatzkasse. Anhand eines Videos können die Frauen sich zunächst ansehen, welche Handgriffe für das richtige Abtasten nötig sind. Anschließend stehen so genannte Phantome zur Verfügung, Silikon-Tastmodelle, die verschiedene Arten von Knoten beinhalten. Wir wollen das Gespür dafür wecken, was man ertasten soll und welche Knoten auffällig sind, sagte Kampmann. Die Frauen sollten dahin kommen, regelmäßig einmal im Monat ihre Brust abzutasten. Prävention biete immer noch den besten Schutz, denn nach wie vor sei unklar, was Brustkrebs verursache.
Die Kurse finden am 4., 11., 12., 18., 19., und am 25. Mai in der Hospitalstr. 45 in Troisdorf, jeweils von 18 bis 19.30 Uhr unter der Leitung von Fachärzten statt. Anmeldung unter 0 22 41 / 80 18 50.