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Köln: Ermordet, weil er für Ruhe sorgen wollte

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Ralf B. wollte nur seinen Job machen. Am Sonntagabend ermahnte der 41-jährige Wachmann einen 23-jährigen Aussiedler im Heim an der Augsburger Straße in Höhenberg. Aus der Wohnung des Russlanddeutschen drang laute Musik - es wurde exzessiv getrunken und geschrien. Doch der 23-Jährige wollte sich nicht an die Anweisungen des Wachmannes halten. Kurz nach Mitternacht eskalierte dann der Streit an der Augsburger Straße. Der 23-Jährige rannte auf die Straße und rammte dem 41-Jährigen ein Messer in den Bauch - Ralf B. starb zwei Stunden später im Operationssaal eines Kölner Krankenhauses.

„Er ist innerlich verblutet“, sagte gestern Polizeisprecher Jürgen Laggies. „Selbst eine Notoperation konnte ihn nicht mehr retten.“ Direkt nach dem tödlichen Messerstich floh der Täter. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes gegen ihn. Bis gestern Abend konnte der 23-Jährige nicht gefasst werden. Ermittler suchten in verschiedenen Aussiedlerheimen in Köln nach dem Mann - vergeblich.

Ralf B. hatte am Sonntag kurz vor Mitternacht vor der Tür des Heimes gestanden und sich mit einem 36-jährigen Kollegen der Sicherheitsfirma „Adler-Wache“ unterhalten. In diesem Moment kamen der 23-Jährige und zwei Freunde, die mit ihm getrunken hatten, aus dem Haus. „Plötzlich lief der junge Mann auf die Wachleute zu“, berichtete Polizeisprecher Laggies. „Sekunden später zog er ein Messer aus der Hose und stach dem Opfer in den Bauch.“ Danach griff der Täter auch noch den anderen Wachmann an; doch dieser setzte Pfefferspray ein und konnte die Attacke abwehren.

Die Bekannten des 23-Jährigen halfen dem zu Boden gestürzten Wachmann auf und gingen danach ins Haus zurück; der Täter lief davon. Der 36-Jährige und ein weiterer Zeuge leisteten Erste Hilfe und riefen die Polizei. Als die Beamten die Freunde des Geflüchteten befragen wollten, waren auch diese spurlos verschwunden.

Der tatverdächtige Russlanddeutsche war vor zwei Jahren nach Köln gekommen. Seine erste Station war ein Wohnheim an der Ostheimer Straße. Dort kam es nach Angaben der Stadt „zu gravierenden Verfehlungen“ durch den 23-Jährigen. Trauriger Höhepunkt war die sexuelle Belästigung einer Mitbewohnerin vor einem Jahr. Danach wurde der Mann ins Übergangsheim an der Augsburger Straße überwiesen.

Der Tod von Ralf B. löste gestern bei der alteingesessenen Sicherheitsfirma „Adler-Wache“ große Bestürzung aus. Seit mehr als drei Jahren arbeitete er für die Firma. „Er war ein hervorragender Mitarbeiter“, betonte ein Unternehmenssprecher. Der ledige 41-Jährige habe sich stets durch seine Zuverlässigkeit ausgezeichnet. Die „Adler-Wache“ arbeitet seit langem mit der Stadt zusammen. An 25 städtischen Wohnheimen schauen die Mitarbeiter nach dem Rechten. An den Wochenenden sind die Wachmänner dort rund um die Uhr im Einsatz. Ansonsten sollen Hausmeister und städtisches Personal für Ruhe sorgen.