KÖLN. Peter Müllejans (57) scheidet zum 30. Juni als Vorstandssprecher der Kölner Bank aus. „Dies geschieht im gegenseitigen Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat“, teilte das Institut gestern mit. Müllejans Vertrag hatte noch eine Laufzeit von drei Jahren. Er erhält eine Abfindung, deren Höhe Aufsichtsratschef Helmut Heinen nicht angeben wollte. Der gelernte Bankkaufmann und Diplombetriebswirt Müllejans war seit 1990 Vorstandsmitglied, an die Spitze der Kölner Bank war er im April 1996 gerückt.
Müllejans habe sein Amt zur Verfügung gestellt, um den Weg für einen Neuanfang der Bank frei zu machen, teilte die Bank mit. Die Kölner Bank ist wegen hoher Wertberichtigungen auf Firmenkredite in Turbulenzen. Abzuschirmen seien Kreditrisiken in Höhe von 140 Millionen Euro, so die Bank. Das entspreche acht Prozent des Forderungsvolumens. Zur Abdeckung dieser Risiken muss die Bank die Hilfe der Sicherungseinrichtung der Genossenschaftsbanken in Anspruch nehmen.
Das Betriebsergebnis sei aber positiv, betonte Heinen. Vor Steuern und Risikovorsorge erreiche es für das abgelaufenen Jahr 12,5 Millionen Euro. Die Bilanzsumme beträgt 2,2 Milliarden Euro. Auf der Vertreterversammlung im September werde man die Zahlung einer Dividende von 3,5 Prozent an die 40 000 Mitglieder des Instituts vorschlagen. Und auch für die nächsten ein bis zwei Jahre können die Mitglieder voraussichtlich nicht mit einer höheren Dividende rechnen, so Heinen. Für 2003 geht das Institut aber von einem auf 15 Millionen Euro steigenden Betriebsergebnis vor Steuern und Risikovorsorge aus.
Das Firmenkundengeschäft werde die wichtigste Säule der Kölner Bank bleiben, so Heinen. Das Institut habe außerdem frühzeitig auf die Schwierigkeiten reagiert. Bereits seit Herbst 2002 werde das Risiko im Firmenkundengeschäft reduziert. Filialen außerhalb Kölns wurden aufgegeben, die 29 Kölner Filialen werden nach unterschiedlichen Beratungsangeboten in vier Stufen gestaffelt. Standard-Dienstleistungen bietet ein Call-Center. Auch die Streichung von 120 Stellen wurde angekündigt. Dabei soll es bleiben, so Bank-Sprecher Christian Schilling gestern.
Neuer Vorstandssprecher der Kölner Bank wird am 1. August Sebastian Prinz von Schoenaich-Carolath (45). Derzeit ist er im Vorstand der Berliner Volksbank für das Firmenkundengeschäft verantwortlich. Zuvor war er sechs Jahre Vorstandssprecher der Ulmer Volksbank.