Gleich mit einem „großen Stück des begehrten Kuchens“ habe die größte Kreispolizeibehörde des Landes gerechnet, doch jetzt ist klar: Das Kölner Polizeipräsidium geht leer aus. Am 1. September beenden landesweit 600 Beamtinnen und Beamten mehr als in den Vorjahren ihre Ausbildung und treten in den Polizeibehörden Nordrhein-Westfalens ihren Dienst an. In Köln wird allerdings lediglich ein Ausgleich für die diesjährigen Abgänge durch Pensionierungen und Versetzungen geschaffen.
„Das bedeutet für uns plus minus null“, erklärt der Leitende Polizeidirektor Udo Behrendes, Leiter des Leitungsstabes im Polizeipräsidium Köln. Deshalb schlägt die Polizeigewerkschaft jetzt Alarm: „Der Frust bei den Kolleginnen und Kollegen in den einzelnen Dienststellen und Organisationseinheiten der Behörde ist groß“, betont Jörg Jansen, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, Kreisgruppe Köln. Frühzeitig habe man das Innenministerium über die „prekäre Personallage“ informiert. Die Nichtbeachtung werde in Zukunft zu einem Zurückfahren von „polizeilichen Erfolgsmaßnahmen im Verkehrsunfall- und Strafverfolgungsbereich“ und somit „unweigerlich zu höheren Unfall- und Kriminalitätszahlen führen“, so Jansen weiter. Deshalb fordert der stellvertretende Kreisgruppenvorsitzende nicht nur einen „Landeshauptstadtzuschlag“, wie er „völlig zu Recht“ für Düsseldorf vergeben werde, sondern auch einen vergleichbaren „Belastungszuschlag“ beziehungsweise einen „Event- oder Veranstaltungszuschlag“ für Köln.
Auch Udo Behrendes spricht nach einem Appell an das Ministerium von einer „Enttäuschung“. „Wir haben erfolgreiche Konzepte zur Kriminalitätsbewältigung und Unfallbekämpfung entwickelt, die wir wie bisher weiterführen“, betont er. Ausbauen könne man die Konzepte aufgrund der aktuellen Personalsituation jedoch nicht. (kah)