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Kölnerin getötet und einbetoniert

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SEELBACH. Den Ermittler bot sich ein grausames Bild. Im dunklen Kellergewölbe lag eine stark verweste Leiche vor ihnen - teilweise mit Beton und Schutt bedeckt. Stundenlang hatten die Beamten mit einem Presslufthammer den Boden aufgestemmt und damit ein besonders kaltblütiges Verbrechen aufgedeckt. Ein Ehepaar aus Seelbach / Westerwald soll die ehemalige Geliebte des Mannes getötet und einbetoniert haben. Die mutmaßlichen Täter und das 33-jährige Opfer lebten vergangenes Jahr noch in Köln.

Gestern erließ die Staatsanwaltschaft Koblenz Haftbefehl wegen des Verdachts des gemeinschaftlichen Mordes. Am Mittwoch war der 37-jährige Robert T. in Köln verhaftet worden. Seine 26-jährige Ehefrau hatte sich vorher gegenüber der Polizei offenbart.

Kurze Zeit später fuhr ein Zivilwagen der Polizei vor dem schmucken Einfamilienhaus im 35-Seelen-Dorf vor. Nachbar Walter Wagner wusste sofort, „dass etwas nicht stimmte“. „Ich kannte die Leute nicht und hier im Ort kennt sich jeder.“ Sofort griff er zum Telefon, rief den Besitzer des Hauses an: „Günther komm vorbei. Es ist was passiert.“ Wagner sollte Recht behalten. Denn wenige Minuten später, so erinnerte er sich, war die Straße abgesperrt und aus einem Streifenwagen sprangen Leichenspürhunde. Am späten Abend fuhr dann der Leichenwagen vor. Ein anderer Nachbar berichtete, ein Polizist habe ihn vorher gebeten, ihm einen Presslufthammer zu leihen. Doch der Seelbacher konnte nicht weiterhelfen. Eine halbe Stunde später seien dann laute Geräusche aus dem Keller des Hauses zu hören gewesen. „Drei Stunden haben die Polizisten in dem Gebäude gearbeitet, dann war es still“, berichtete Wagner. Vereinzelt seien Leichenteile in Tüten aus dem Eingang getragen worden. Von einer Zerstücklung der Frau, könne aber keine Rede sein, so ein Polizeisprecher. Inoffiziell war jedoch zu erfahren, dass der 33-Jährigen mehrere Gliedmaße abgetrennt und danach im Keller einbetoniert wurden.

Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Jürgen Brauer, wurde die Kölnerin im Dezember 2003 getötet. Eine Vermisstenanzeige habe es aber nicht gegeben. Die 33-Jährige lebte im gleichen Haushalt mit ihren mutmaßlichen Mördern, berichtete Bauer. Vieles an dem Verbrechen liege noch im Dunkeln. „Es ist ein sehr außergewöhnlicher Fall“, sagte Polizeisprecher Ralf Schumich. Keine Angaben machte die Kripo dazu, ob der Fundort auch der Tatort war. Robert T. schweigt zu den Vorwürfen; auch seine Ehefrau machte nach dem ersten Hinweis keine Angaben mehr.

Im beschaulichen Ort war das Ehepaar weitgehend unbekannt. „Obwohl sie neben mir wohnten, haben wir uns nie richtig unterhalten“, sagte Walter Wagner. Vor einigen Wochen muss es aber im Haus einen Streit gegeben haben. „Der Ehemann stand vor meiner Tür und war ziemlich durch den Wind“, berichtete Wagner. Nach anfänglichem Zögern habe er gefragt, ob jemand wisse, wo seine Frau sei.

Im Dorf gab sich der Ehemann als Dachdecker aus, der in Troisdorf und Köln einen Betrieb hat.