Köln – Alt-OB Fritz Schramma wird nach der öffentlichen Kritik an seiner Wahl in den Aufsichtsrat der Kölnmesse sein Mandat nicht annehmen. Schramma sieht sich als Opfer einer politischen und medialen Kampagne, die mit dem Einsturz des Stadtarchivs begonnen habe, wie er in einer persönlichen Erklärung schreibt. Er habe gehofft, diese durch Verzicht auf eine erneute OB-Kandidatur beenden zu können. Als Nachfolger im Aufsichtsrat schlägt Schramma den Handwerkskammerpräsidenten und CDU-Landtagsabgeordneten Franz-Josef Knieps vor.
Vorwürfe aus der Politik, vor allem er oder gar er allein habe das umstrittene Messegeschäft einfädelt, ließen sich durch die Protokolle der entsprechenden Gremien- und Ratsbeschlüsse entkräften, so Schramma. Schließlich hätten CDU, SPD, Grüne und FDP alle diesbezüglichen Entscheidungen gemeinsam getroffen. Um Schaden von der Union und der Kölnmesse abzuwenden, habe er sich aber für den Rückzug entschieden.
In der Partei wurde die Entscheidung mit Respekt, dem Vernehmen nach aber auch mit einer gewissen Erleichterung aufgenommen. Mancher habe bereits befürchtet, dass die Glaubwürdigkeit der CDU, die sich einen Neuanfang auf die Fahnen geschrieben hat, im Zuge der Diskussion hätte leiden können, sagte ein Mitglied der CDU-Spitze. Fraktionschef Winrich Granitzka kritisierte eine „unfaire Politik der Grünen im Rat“. Alle großen Parteien hätten bei den relevanten Entscheidungen einmütig die Hand gehoben: „Schramma allein dafür die Urheberrolle zuzuschieben, ist schlicht verlogen!“
Der scheidende Kammerpräsident Knieps spricht von einer „noblen Geste“ Schrammas und freut sich, dass die Kleingesellschafter, zu denen auch der Einzelhandel und der Groß- und Außenhandel gehören, nun doch noch eine Stimme im Kontrollgremium erhalten könnten. Schramma behält sein Mandat im Aufsichtsrat der Kölnmusik GmbH.
