Da ist diese Sache mit Hürth. Jacky Beumling redet nicht gerne drüber. Allein das Autokennzeichen: „BM“ - zwei Buchstaben, die schon alles sagen: „Du bist kein Kölner!“ Dabei ist der designierte Prinz ne echte kölsche Jong. 1957 erblickte er im Krankenhaus Hohenlind als Hermann Josef Beumling das Licht des Rheinlands. Aber wenn es um die Frau seines Lebens geht, muss ein Mann schon mal hart gegen sich selbst sein und dorthin gehen, wo es weh tut. „Anfangs hat er sich mit Hürth schwer getan“, erinnert sich Dorota Beumling. „Zwei Jahre ist er nur mit Kölner Kennzeichen herumgefahren.“ Als Allgemeinmedizinerin hat Dorota Beumling in Hürth ihre Arztpraxis und musste früher in der Nähe von Töchterchen Anna sein, die heute in Bonn Jura studiert.
Der Entschluss zu heiraten, fiel Jacky viel leichter, als vor zehn Jahren dem Severinsveedel den Rücken zu kehren. In einem Weinlokal lernten sich die beiden Studenten 1983 kennen. „Ich hab sie gesehen und wusste sofort: Die werde ich heiraten!“ Genau das hatte Jacky damals auch seiner Oma erzählt. Die weise Dame verhalf ihm nicht nur wegen seiner bunten Kleidung zum Spitznamen „Scheckie“, aus dem dann Jacky wurde - Oma war auch immer für einen Tipp gut: „Dann nimm ein Fangeisen mit!“ Wenig später stand Jacky mit dem Ring vor Dorota und hoffte auf ein Ja. Doch die erste Antwort war „Nein“. „Ich war völlig geschockt“, weiß Dorota noch. „Ich hab ihn die Frage noch mal wiederholen lassen. Dann habe ich Ja gesagt.“
Im Gegensatz zur Hochzeit war der Coup mit dem Dreigestirn von langer Hand geplant: Schon 1998 heckten die drei Roten Funken Jacky, Walter und Anton ihren Plan für 2007 aus. „Vor ein paar Jahren haben wir unseren Präsidenten gefragt. Der hat das zuerst nur zur Kenntnis genommen“, blickt Jacky zurück. Heute ist Heinz-Günther Hunold mächtig stolz auf sein jeckes Trio.
Als Dozent am Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft der Fachhochschule ist Beumling wie geschaffen für das Amt des Burgvogts: Jacky kümmert sich um die Funken-Heimat, die Ülepooz. Es ist nicht das einzige Denkmal, das ihm am Herzen liegt: „Von zu Hause kann ich die Domtürme sehen.“ Hürth sei Dank.
