KÖNIGSWINTER. Die seit Jahren laufenden Verhandlungen über das Klettern am Stenzelberg stecken in einer Sackgasse. Schleppend und schwierig sei der Versuch, eine Lösung zu finden, sagt Christoph Klose, Vorsitzender der Sektion Bonn des Deutschen Alpenvereins (DAV). Zugleich weist er aber den Vorwurf des Rhein-Sieg-Kreises zurück, der DAV habe es trotz mehrfacher Aufforderung versäumt, einen Antrag zu stellen und Unterlagen vorzulegen, um das Klettern an dem mitten im Naturschutzgebiet Siebengebirge gelegenen Fels wieder zu ermöglichen.
Das Klettern am Stenzelberg ist verboten, heißt es in einer von der Kreisverwaltung mit Blick auf das gute Wetter verbreiteten Mitteilung. Wer dennoch klettert, riskiert ein Bußgeld. Der Rhein-Sieg-Kreis und das Staatliche Forstamt Eitorf würden am Wochenende verstärkt das Kletterverbot überwachen.
An dem unter Naturschutz stehenden Stenzelberg (siehe Kasten) leben zahlreiche seltene und vom Aussterben bedrohte Tierarten (Mauereidechse, Ameisenlöwe) und Pflanzenarten (Streifenfarn, Nickendes Leimkraut). Sie würden gerade durch das Klettern extrem beeinträchtigt.
Zwar war das Klettern bis Ende 2001 vertraglich geregelt und in den Jahren danach geduldet, seit Sommer 2005 jedoch ist es komplett verboten. Die Verhandlungen über eine Kletterregelung ziehen sich nach Kloses Angaben schon seit gut fünf Jahren hin. Beteiligt sind daran der Rhein-Sieg-Kreis, das Forstamt Eitorf sowie die Alpenverein-Sektionen Bonn und Siegburg.
Zwar gibt es inzwischen ein gemeinsam erarbeitetes Kletterkonzept, auf dessen Grundlage der DAV nach Kreiseinschätzung eigentlich einen Antrag hätten stellen können, was er aber versäumt habe. Doch Christoph Klose stellte gestern gegenüber der Rundschau klar, dass das Papier nachverhandelt werden müsse. In dieser Form ist es unseren kletternden Mitgliedern nicht verständlich zu machen. Das gelte beispielsweise für bestimmte Kletterzeiten, aber auch für den einen oder anderen nicht zum Klettern zugelassenen Felsen.
Klose betont, dass jeweils beide Sektionsvorstände in die Entscheidungsfindung eingebunden werden müssten; das dauere seine Zeit. Der Kreis sei aber stets über den aktuellen Stand informiert worden.
So lange es keine Regelung gebe, werde kein Alpenverein-Mitglied am Stenzelberg klettern, stellte der Bonner Sektionschef klar. Andererseits benötige gerade die Jugend eine Klettermöglichkeit im Freien. Klose: Eine Halle ist kein Ersatz für die Erfahrung mit dem Fels.