Der Kühlschrank ist immer voll, die Zahnpastatube auch, selbst die Unterhosen wäscht ständig irgendwer. Klingt ziemlich gut, finden manche. Jonas Bergström, 31, der untreue Exfreund von Schwedens Prinzessin Madeleine, ist nach der Trennung gerade wieder bei seiner Mutter eingezogen.
Absolut grauenvoll, sagen die anderen. Wie „Hannah Montana“-Star Miley Cyrus, die vor kurzem mit 18 in ihre erste eigene Villa gezogen ist. Als Erwachsener bei den Eltern wohnen - was denen, die früh in eine eigene Wohnung gezogen sind, wie die reinste Hölle auf Erden erscheint, ist für einen Großteil der 18- bis 26-jährigen Deutschen die Lieblingslösung. Knapp zwei Drittel (63 Prozent) der deutschen Männer dieser Altersgruppe wohnten 2008 laut einer aktuellen Studie noch oder wieder bei ihren Eltern, bei Frauen in diesem Alter ist es etwas weniger als die Hälfte (47 Prozent). Zum Vergleich: 1972 wohnten gerade mal 20 Prozent der Männer zwischen 18 und 26 bei ihren Eltern.
Erwachsene „Kinder“ und ihre Eltern unter einem Dach: Das bietet viel Stoff für kleine Explosionen. Die Kölner Psychologin Elisabeth Raffauf empfiehlt deshalb grundsätzlich, Kinder rechtzeitig „rauszuschubsen“: „Sie müssen lernen, ihr eigenes Leben zu führen.“ Das sei für Eltern allerdings oft gar nicht so einfach - schließlich breche damit ein neuer Lebensabschnitt an, der erst mal gefüllt werden müsse.
Studiengebühren und steigende Mieten tragen ihren Teil dazu bei, dass immer mehr Söhne und Töchter die preiswerte Variante bevorzugen und nicht ausziehen. In diesem Fall ist laut Elisabeth Raffauf vor allem eines wichtig: „Sowohl die Eltern als auch die Kinder müssen sich von dem Gedanken verabschieden, dass das Zusammenwohnen völlig ohne Streit abläuft.“ Ein paar Regeln einzuhalten kann nicht schaden, damit nicht ständig die Fetzen fliegen.
