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Leiche verschnürt und mit Zement beschwert

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ESCH-SUR-SURE. Taucher haben die Leiche einer seit knapp zwei Wochen vermissten 26-jährigen Frau aus Körperich in der Eifel in einem luxemburgischen Stausee gefunden. Verschnürt und mit Zement beschwert war der Plastiksack mit der vermutlich von ihrem Ex-Freund getöteten Nicole, den der luxemburgische Zivilschutz nach tagelanger Suche gestern aus dem Wasser zog.

Der von Polizei und Feuerwehr weiträumig abgesperrte See in Esch-sur-Sûre lag an diesem Herbsttag in dichtem Nebel, als die Männer den 80 Kilo schweren Sack bargen. „Eine Obduktion muss noch die Identität der Frau und die genaue Todesursache klären“, sagte der Trierer Leitende Oberstaatsanwalt Horst Roos kurz nach dem Fund. Die Leiche werde in Deutschland untersucht. Inzwischen sitze der 29 Jahre alte Tatverdächtige wegen Totschlags in Untersuchungshaft. Für den Vorwurf des Mordes fehlten bisher die Anzeichen. Als Motiv vermuten die Ermittler Eifersucht. Der Mann aus Echternacherbrück hatte gestanden, Nicole getötet zu haben.

Um die Spuren zu verwischen, steckte er laut Geständnis ihren Wagen in Brand und versenkte die Leiche in dem Stausee. Die 26-Jährige soll sich nach zehnjähriger Beziehung von ihrem Freund getrennt haben. Gut vier Monate ist das her, sie lebte nach der Trennung wieder in einer neuen Beziehung. Am 20. November verschwand Nicole, die ihre Familie als „gewissenhaft und zuverlässig“ beschrieb. Hundertschaften von Polizei, Taucher, Leichenspürhunde sowie Helfer der Freiwilligen Feuerwehr, die Familie und Einwohner aus Körperich (Kreis Bitburg-Prüm) suchten täglich in den Teichen und schwer zugänglichen Wäldern der Westeifel und in Luxemburg nach der 26-Jährigen.

Einem Zufall verdankten die Ermittler, dass sie auf den Ex-Freund von Nicole stießen. Der Mann fuhr am Donnerstag voriger Woche gegen einen Betonpfeiler - allerdings nicht, um, wie zunächst vermutet, Selbstmord zu begehen. „Er befand sich vielmehr in einer psychischen Ausnahmesituation“, wie Roos sagte.

Bei einem erneuten Verhör am Montag auf der Staumauer machte der Beschuldigte schließlich nähere Angaben dazu, wie er die Leiche beseitigte. Bis dahin hatten die Taucher drei Tage lang vergeblich in dem 40 Meter tiefen und vier Grad kalten Wasser gesucht.

Nur jeweils 15 Minuten konnten die Männer bei eingeschränkter Sicht von 15 bis 20 Zentimetern unter Wasser bleiben. Mit bloßen Händen und mit Hilfe von Unterwasserkameras tasteten sie sich auf dem hügeligen und schlammigen Boden voran. Die Ermittler warfen sogar ein präpariertes Versuchspaket von der Stelle ins Wasser, an der die Leiche versenkt worden sein sollte.

Das Paket landete schließlich neben dem Sack mit der Leiche. Die tote Nicole wurde gestern gegen Mittag geborgen. (dpa)