Hennef – Einen grausamen Fund haben Spaziergänger am Mittwochmittag in einem Waldstück nahe Hennef-Süchterscheid gemacht.Im Krabachtal zwischen Süchterscheid und Eitorf-Wassack entdeckten Spaziergänger zwei leblose Personen in einem geparkten Auto. Ein sofort gerufener Notarzt konnte nur noch den Tod der beiden feststellen. Es soll sich um einen 24-jährigen Mann und dessen dreijährigen Sohn handeln, bestätigte Frank Kreft, Sprecher des Bonner Polizeipräsidiums gestern am Fundort im Wald. Aufgrund der Gesamtumstände übernahmen der Bonner Staatsanwalt Dr. Michael Hermesmann und eine Mordkommission unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Georg Jahn die Ermittlungen. Zu den genauen Todesumständen wollte die Polizei aus Rücksicht auf ihre Ermittlungen keine Angaben machen. Doch das, was in dem blauen Kombi geschehen sein muss, ging selbst langjährigen Polizeibeamten nahe.
Zunächst hatte niemand den Wagen, der nur wenige Meter neben der Durchfahrtsstraße in einem für den Verkehr gesperrten Wirtschaftsweg abgestellt war, bemerkt. Wie lange der Wagen mitsamt der Leichen dort stand, wusste die Polizei am Mittwoch noch nicht. Der Polizeisprecher bestätigte, dass „die beiden Personen auf gewaltsame Art zu Tode gekommen“ seien. Dies sei „mit extremer Gewalt“ geschehen. Wie die Rundschau erfuhr, soll der 24-Jährige, dessen Identität bislang nicht eindeutig geklärt ist, zunächst seinen Sohn und anschließend sich selbst erschossen haben. Dies wollten die Ermittler vor Ort weder dementieren noch bestätigen. „Es gibt aber keine offenkundigen Anhaltspunkte auf eine Fremdeinwirkung“, gab Frank Kreft zu erkennen. Ein Gerichtsmediziner inspizierte den Fundort, den Beamte der Kriminalpolizei weiträumig abgeriegelt hatten. Sie sicherten Spuren im Wagen und in desen Umfeld. Für Autofahrer und Spaziergänger blieb das Krabachtal bis gegen 16.30 Uhr komplett gesperrt. Der Wagen wurde von der Polizei beschlagnahmt und mitsamt der beiden Getöteten zur kriminaltechnischen Untersuchung zur Polizei nach Bonn überführt. Zu den Hintergründen der Tat habe man derzeit nur Vermutungen, sagte der Polizeisprecher: „Es gibt Anhaltspunkte für ein Familiendrama mit dem Hintergrund eines Sorgerechtsstreites.“ (th)
