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Lieferengpass bei Geschirrspülern

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Streikende Arbeiter wärmen sich an einem offenen Feuer vor dem AEG-Werk in Nürnberg.

Nürnberg - Der Streik im existenzbedrohten Nürnberger AEG-Hausgerätewerk hat nach Informationen der IG Metall zu massiven Lieferengpässen bei AEG-Geschirrspülmaschinen geführt. Vor allem die Aufträge großer Verbrauchermarkt-Ketten könnten inzwischen nicht mehr erfüllt werden.

Das berichtete IG Metall-Streikleiter Jürgen Wechsler. «Electrolux hat Riesenprobleme mit Geschirrspülern», sagte Wechsler bei einer Streikversammlung vor dem Werkstor von Electrolux Logistics im Nürnberger Hafen. Beim Kauf von Einbauküchen müssten Kunden inzwischen bis zu sieben Wochen auf einen AEG-Geschirrspüler warten, berichteten auch Beschäftigte des Nürnberger Zentrallagers. Erste Großkunden hätten vor dem Hintergrund der streikbedingten Lieferengpässe inzwischen ihre Aufträge storniert, erläuterte der Betriebsratschef des Nürnberger AEG-Werks, Harald Dix. Als Beispiel legte er die Kopie einer Auftragsstornierung eines großen deutschen Möbelhauses vor.

Nach Angaben von AEG-Beschäftigten sei vor allem die Belieferung von Schweizer Kunden mit besonders hochwertigen Geschirrspülautomaten zum Erliegen gekommen. Das entsprechende Band zur Herstellung der Premium-Maschinen gebe es nur in Nürnberg. Auch Kunden in den Niederlanden und Großbritannien, wo die in Deutschland gefertigten Haushaltsgeräte stark gefragt seien, könnten seit einigen Wochen nicht mehr in vollem Umfang oder gar nicht mehr beliefert worden. Wechsler geht davon aus, dass es demnächst auch zu Lieferengpässen bei Trocknern komme.

Auch ein AEG-Sprecher räumte Lieferverzögerungen bei den in Nürnberg gefertigten Geschirrspülmaschinen ein. «Die Logistik läuft nicht zu 100 Prozent», sagte er. Grundsätzlich würden Kunden aber auch weiterhin beliefert. «Auch in Nürnberg geht Ware rein und raus.» Mit der IG Metall sei vereinbart, dass Ware in bestimmtem Umfang per Bahnwaggon das Nürnberger Zentrallager verlassen dürfe. Dort wie auch im Lager Dormagen bei Köln halte Electrolux den Betrieb mit externen Lieferanten aufrecht.

An diesem Dienstag erwarten die AEG-Streikenden Unterstützung von Beschäftigten aus Konkurrenzunternehmen wie Bauknecht, Miele und Bosch-Siemens. Wie IG Metall-Sprecher Rolf Famulla sagte, ist ein «Weiße Ware-Tag» geplant, zu dem rund 1000 Kollegen aus anderen deutschen Hausgeräte-Unternehmen kommen sollen. «Wir wollen damit zeigen, dass andere Hersteller erfolgreich in Deutschland produzieren können.»

Seit zweieinhalb Wochen wird das existenzbedrohte AEG-Hausgerätewerk mit 1700 Beschäftigten bestreikt. Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag waren am Samstag ergebnislos auf den kommenden Mittwoch vertagt worden. Die Streikenden wurden auf einer Versammlung über die stockenden Verhandlungen informiert und reagierten nach Famullas Worten mit großem Unmut. (dpa)