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LogenplatzBüro des Chefs wurde zum Schlafzimmer

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Die Aussicht auf den Rhein<$0> kann Michael Peters von seinem Balkon aus genießen. (Foto: Klose)

WESSELING – Immer wieder genießt Michael Peters den Blick aus seinem Wohnzimmerfenster direkt auf den Vater Rhein. Dabei ist er sich sehr wohl bewusst, dass er einen ganz besonderen Logenplatz für den Blick auf Deutschlands größten Strom hat. Fließt das Wasser doch in der Regel direkt unter seinem Balkon hinweg.

Lange schon hat er sich an das tiefe Brummen der Frachtschiffe gewöhnt, die sich mühsam stromaufwärts schleppen. „Die höre ich schon gar nicht mehr“, sagt er. Bis heute findet er es jedoch amüsant, wenn die Schiffe der Köln-Düsseldorfer neben seiner Haustüre anlegen und ihm dann die Crew vom Deck auf Augenhöhe bis in die Küche gucken kann.

Michael Peters wohnt in dem Haus, in dem bis 1997 die Wasserschutzpolizei Wesseling untergebracht war. Selber hat er sogar bis zur Schließung der Dienststelle bei der Wasserschutzpolizei in Wesseling gearbeitet, zuletzt als Dienststellenleiter. Und noch genau hat er die ehemalige Wachstation vor Augen. „Dort, wo heute meine Küche ist, war früher der Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter, und im heutigen Gästezimmer haben wir uns früher umgezogen“, erzählt er. Die eigentliche Wache mit den Schreibtischen für ihn und seinen Kollegen sei dort gewesen, wo heute sein Wohnzimmer ist. „Und im Büro meines Chefs ist nun mein Schlafzimmer", berichtet er.

Im Jahre 2000 hat er das Haus am Rhein gekauft. Und er wusste sehr wohl, auf was er sich damit einließ. Schon in seiner Zeit bei der Wasserschutzpolizei bekam er die Launen des Rheins des öfteren zu spüren. „Ab 7,50 Meter Kölner Pegel laufen uns hier in Wesseling die Garagen voll, und ab 7,75 Meter Kölner Pegel steht mir der Rhein in der Haustüre“, erzählt er.

Das schlimmste Hochwasser erlebte er 1993 bei einem Wasserstand von 10,63 Meter Kölner Pegel. „Da stand der Rhein sogar hier im ersten Obergeschoss 13 Zentimeter hoch in allen Diensträumen“, so Michael Peters. Doch mitnichten wurde bei Hochwasser die Wache geschlossen. „Im ersten Stock gibt es eine Art Notausgang“, erklärt er. Dort könne ein Steg angebracht werden, über den man trockenen Fußes an Land und vom Land zurück ins Haus komme. Auch die Beamten der Wache seien so in die Diensträume gelangt.

„Bei Hochwasser hatten wir aber zusätzlich an der Haustüre immer ein Ruderboot festgebunden, mit dem wir zum Bootshaus zu unserem Einsatzboot gerudert sind“, berichtet er aus alten Zeiten.

Die Aufgaben der Wasserschutzpolizei sind vielfältig. „Wir haben auf die Ladungen der Frachter geachtet, auf ihre Technik und auf die Fahrzeiten“, erzählt Michael Peters. Die Wasserschutzpolizei des Landes hat ihre eigene Kriminalpolizei, die auch die Todesfälle auf dem Rhein bearbeitet. Sie hat auch Michael Peters als Wasserschutzpolizist öfter unterstützt, wenn es beispielsweise darum ging, nach Vermissten im Rhein zu suchen.

Die Geschichte des Gebäudes begann 1920. Aus alten Unterlagen weiß Michael Peters, dass die Baugenehmigung zunächst nur für den Bau einer Trinkhalle galt. Doch der damalige Bauherr muss sich einfach darüber hinweggesetzt haben, jedenfalls hat er keine Trinkhalle sondern eine Restauration eröffnet. „Hier in meinem Wohnzimmer war ganz früher die Kneipe mit dem Tresen“, erzählt er. Nach einem Besitzerwechsel erhielt die Gaststätte den Namen „Rheineck“.

Geplanter Abriss

fand nicht statt

Als die Wasserschutzpolizei 1948 nach Wesseling kam, war sie zunächst in der Bonner Straße untergebracht, bevor sie 1955 zunächst in der Nordstraße ein Quartier fand. „1957 hat das Land dann hier das Haus direkt am Rhein gekauft“, berichtet Michael Peters. „Und jetzt ist es mir“, strahlt er.

Auch wenn er von den aktuellen Umbauarbeiten im Rheinpark unmittelbar vor seiner Haustür nicht erbaut ist, so ist er dennoch froh, dass das Haus früher nicht abgerissen wurde. Vor Jahren gab es nämlich Pläne, das Haus abzureißen und auf Ruttmanns Wiese ein Hotel mit Tiergarage und neuen Diensträumen für die Wasserschutzpolizei zu errichten.