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„Mach das, du kannst das“

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Erst seit drei Wochen ist sie Bürgermeisterin, jetzt kandidiert sie noch für den Landtag. Offenbar will Elfi Scho-Antwerpes politisch richtig durchstarten. Dass sie nur ungern auf der Stelle tritt, bewies die 52-Jährige unlängst wieder beim 1. Kölner Walking Day. Nachdem sie als Bürgermeisterin die Sportler willkommen geheißen hatte, ging die passionierte Walkerin selber zehn Kilometer auf die Strecke. Die Sportart, keine Frage, passt zu der Architektin, die den Blick lieber nach vorne richtet als zurück und sich nicht scheut, neue Wege einzuschlagen - beruflich wie privat. Das Ziel, das sie damit jetzt erreicht hat, macht sie sehr glücklich, wie sie sagt. Bürgermeisterin in jener Stadt sein zu dürfen, mit deren offener und toleranter Lebensart sie sich als „rheinische Frohnatur“ vollends identifiziert, empfindet Elfi Scho-Antwerpes nach schwerer Zeit als „Geschenk“. Damit spielt die SPD-Politikerin nicht nur auf den erbitterten Scheidungs-Krieg mit ihrem Mann an, sondern auch auf ihre Krebserkrankung vor drei Jahren. Damals habe sie sich schon vom Krankenbett aus wieder ihren ehrenamtlichen Aufgaben als Vorstand bei der Aids-Hilfe Köln und Kreisvorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes gewidmet. „Die Arbeit hat mir immer Kraft gegeben.“

Dass sie als „politisch denkender Mensch“ bei der SPD erst jetzt Karriere macht, begründet Scho-Antwerpes mit den „möglichen Interessenkonflikten“ zu der Zeit, als ihr Mann noch Regierungspräsident war. Außerdem habe „eine exponierte Position in der Familie gereicht“. Heute wohnt Elfi Scho-Antwerpes mit Sohn Nicolas (17) in Lindenthal in einer Wohnung; Tochter Sarah (21) studiert außerhalb Kölns BWL. Zu ihrem Mann Dr. Franz-Josef Antwerpes, dem „Ex-Regierungspräsidenten“, hat sie keinen Kontakt mehr.

Mittlerweile fühle sie sich so unabhängig und gesundheitlich fit, dass sie glaubt, „das Bürgermeisteramt ausfüllen zu können“, sagt Elfi Scho-Antwerpes. Auch ihre Kinder hätten sie ermuntert: „Mach das, du kannst das.“ Zweifel, der Aufgabe nicht gewachsen zu sein, habe sie nicht, sagt die Sozialdemokratin und verweist auf ihre Botschaft im Wahlkampf: Mut, Leidenschaft Kompetenz. „Ich bin es gewohnt, Dinge zu bewegen, Menschen anzusprechen und zu vernetzen und über Parteigrenzen hinweg zu agieren“, so Scho-Antwerpes, die neben ihrem sozialen Engagement auch noch Vorsitzende des Kulturforums und des Fördervereins Comedia ist.

Ihr neues Ehrenamt als Bürgermeisterin - „ich lebe vom Unterhalt meines Mannes“ - findet sie vor allem deshalb „hoch spannend“, weil es ständig neue Einblicke vermittelt. Doch beim Repräsentieren allein möchte es die vielseitige Frau mit Vorliebe für moderne Kunst, Jazzmusik und Lesen nicht bewenden lassen. Ob es um die Opern-Sanierung geht oder den sozialen Sprengstoff in Finkenberg, Scho-Antwerpes nutzt möglichst viele Gelegenheiten, um sich sachkundig zu machen und „Positives für Köln zu bewirken“.

Kein Wunder, dass der Terminkalender ziemlich voll ist. „Ich wundere mich manchmal selbst, wie ich alles unter einen Hut kriege“, lacht die Bürgermeisterin, „aber irgendwie klappt es immer.“