Maschine sortiert MedikamenteBaxter optimiert die Behandlung
GUMMERSBACH – Baxter passiert selten ein Fehler. Jeden Tag stellt er für 1500 Krankenhauspatienten die Medikamente zusammen. „Früher taten dies die Krankenschwestern auf den einzelnen Stationen“, sagt Apotheker Lars Lemmer. Da konnte schon mal die falsche Pille ins Medikamententöpfchen kullern. Den Fehlerfaktor Mensch hat Baxter ausgeräumt. Denn er ist eine Maschine.Bundesweit nutzen gerade mal rund 25 Kliniken ein Medikamentierungssystem. In der Apotheke des Kreiskrankenhauses Gummersbach steht Baxter mitten im Raum. Er ist ungefähr so groß wie ein Kühlschrank, an seiner Hülle befinden sich Bedienelemente.
Automat hält 330 Arzneien vor
In seinem Inneren sind Fächer für 330 Pillen verborgen, die individuell zusammengestellt und in kleinen Folientütchen verpackt den Automaten verlassen. Baxter versorgt die Patienten in den Krankenhäusern Gummersbach, Marienheide, Waldbröl und sogar Attendorn. „Die dortige Klinik nimmt unseren Service in Anspruch“, sagt Lemmer, der die Apotheke leitet.
Damit Baxter weiß, welcher Patient welche Pillen in welcher Dosierung bekommt, braucht's selbstverständlich weiterhin den Menschen. Auf jeder Station werden diese Daten per Computer in ein System eingegeben. Arzt oder Schwester tippen die Medikamentierung für jeden einzelnen Patienten in das Programm ein. Die Daten laufen über ein Netzwerk in der Apotheke auf, erklärt Lemmer: „Wir Apotheken-Mitarbeiter überprüfen nun diese Angaben.“ Jeden Tag wird geguckt: Wurde für den Patienten eine Arznei ausgetauscht oder abgesetzt? Gibt es Ungewöhnlichkeiten?
Bei diesem Check hilft eine so genannte Medikamenten-Ampel in dem Computersystem: Das Programm erkennt, welche Arzneien so gar nicht miteinander harmonieren und signalisiert dies in grün, gelb oder rot. So geschieht's, dass Lemmer mehrmals täglich mit einem Arzt Rücksprache hält. Drohende Wechselwirkungen, Überdosierungen oder Doppelverordnungen werden bereits im Vorfeld ausgeräumt. „Die Therapiesicherheit hat sich enorm erhöht.“
Und: Der mehr als 300 000 Euro teure Baxter zahlt sich auch für das Krankenhaus aus. Klinik-Geschäftsführer Joachim Finklenburg: „Die Medikamentenkosten sind um zehn Prozent gesunken.“ Denn die Arzneien können nun gleich eimerweise eingekauft werden. Zudem müssen die einzelnen Stationen durch Baxter weniger Medikamente selbst vorhalten. Und mitunter kann eine Pillenschachtel richtig teuer sein: Spezielle Tabletten kosten mehr als 1000 Euro pro Packung.
