Wiesbaden – Zum Schulstart nach den hessischen Weihnachtsferien haben Landtagsopposition und Gewerkschaften den Corona-Kurs des Kultusministeriums teils kritisiert. Von einer guten Vorbereitung könne keine Rede sein, „denn wichtige Grundlagen für einen sicheren Schulbetrieb fehlen weiterhin”, teilte der SPD-Bildungsexperte Christoph Degen am Montag in Wiesbaden mit. Auch zwei Jahre nach Ausbruch der Pandemie stehe beispielsweise kein landesweites Videokonferenzsystem zur Verfügung, mit dem bei Bedarf Distanzunterricht auf einer datenschutzrechtlich sicheren Basis verlässlich stattfinden könne.
Trotz steigender Corona-Infektionszahlen mit der Omikron-Variante begann der Unterricht am Montag in Hessen in Präsenz. Bis auf weiteres gilt eine Maskenpflicht im Unterricht und es gibt drei Tests pro Woche für nicht vollständig geimpfte Schülerinnen und Schüler. Auch geimpfte Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte können sich regelmäßig in den Schulen testen.
Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Moritz Promny, erklärte: „Jetzt gilt es, verstärkt Impfaktionen an den Schulen anzubieten und engmaschig zu testen.” Promny schlug für die erste Woche nach den Ferien tägliche Corona-Tests für alle Schülerinnen und Schüler sowie für die Lehrkräfte vor.
Der Landesvorsitzende des Hessischen Philologenverbandes, Reinhard Schwab, bekräftigte, der Kultusbürokratie müsse bewusst sein, wie aufwendig die Umsetzung der Corona-Maßnahmen sei. Dies beeinträchtige die eigentliche Bildungsaufgabe sowie die alltägliche Arbeit in den Schulen sehr. Aber Schwab erklärte auch: „Der Präsenzunterricht ist unverzichtbar, damit Kinder und Jugendliche nicht noch mehr inhaltliche und psychosoziale Defizite anhäufen.” Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wiederholte zum Schulstart ihre Forderung nach einer besseren Bezahlung von Grundschullehrern in Hessen.
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