Abo

Mauerfall-DokuPutin als Zeitzeuge2

2 min

MOSKAU - Der russische Regierungschef Wladimir Putin erzählterstmals vor laufender Kamera als Zeitzeuge in einem Dokumentarfilmvon seinen Erinnerungen an den Mauerfall vor 20 Jahren. Putin erlebtedie Wende damals als KGB-Offizier in Dresden. Der Film "Die Mauer"des russischen Fernsehjournalisten Wladimir Kondratjew beleuchte auchdie Rolle Putins, "der als einer der wenigen Sowjetbürger direkt mitden DDR-Demonstranten in Berührung kam". Das berichtete die MoskauerZeitung "Kommersant" am Mittwoch vor der geplanten Ausstrahlung desFilms im TV-Sender NTV am 8. November, am Vorabend des Jahrestags.

In Dresden setzte eine Menschenmenge das Stasi-Gebäude in Brandund wollte dann die Villa erstürmen, in der Putin und seine Genossender sowjetischen Aufklärung arbeiteten. Putin gelang es, "die Massezum Rückzug zu bewegen", sagte der frühere sowjetischeDeutschland-Korrespondent Kondratjew. Russische Medien hattenberichtet, dass Putin mit einer Pistole in der Hand die Demonstrantendavor gewarnt habe, mit einem Sturm auf das KGB-Quartier sowjetischesTerritorium zu betreten. In Putins schriftlichen Erinnerungen seiallerdings nichts von einer Pistole überliefert.

Kondratjew, der in Leipzig und Berlin studiert hat, lässt inseinem Film auch den Friedensnobelpreisträger und früherensowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow zu Wort kommen. Außerdemerinnern sich nach Kondratjews Angaben in der Doku der damaligeGeneralsekretär des ZK der SED, Egon Krenz, sowie der frühereBundespräsident Richard von Weizsäcker an die Wende. Putin verbrachtenach Darstellung der Internetseite der Stadt Dresden (dresden.de) dieJahre 1985 bis 1990 an der Elbe. Dort habe er mit seiner Familie denZusammenbruch der DDR und des Sozialismus hautnah erlebt.(dpa)