Abo

Mechernicher KrankenhausVom OP-Tisch auf den Boden gefallen

3 min

Mechernich – MECHERNICH. Beim Umbetten vom OP-Tisch aufs Krankenbett sei der 25-jährige Stefan Hochstein im Mechernicher Krankenhaus offenbar fallen gelassen worden. Davon geht sein Lebensgefährte, der 36-jährige Frank Schmitz, aus. Die beiden Männer, die gemeinsam in Kommern leben, überlegen jetzt mit ihren Anwälten, ob sie Anzeige gegen Unbekannt erstatten sollen.

Frank Schmitz schildert den Fall aus seiner Sicht. Bei Stefan Hochstein sei eine Zyste festgestellt worden. Für Sonntagabend sei er ins Mechernicher Kreiskrankenhaus bestellt worden, die Operation sei auf Montag 7 Uhr terminiert, dann aber auf 14.30 Uhr verlegt worden.

Laut Frank Schmitz mit folgender Begründung: Da es sich um eine offene Wunde handele, dürfe „später keiner mehr in den OP“.

Kurz nach 16 Uhr, so Frank Schmitz, sei er ins Zimmer von Hochstein gekommen. Ein Pfleger habe ihm gesagt, der Patient sei noch nicht aus der Narkose erwacht. Dies würde noch ungefähr eine Stunde dauern.

Schmitz kam nach eigener Aussage nach 17 Uhr wieder in das Krankenzimmer. Gegen 17.45 Uhr habe man Stefan Hochstein dann auf dem Krankenbett ins Zimmer geschoben. „Das ist irgendwie der Falsche“, habe er im ersten Moment gesagt, so Schmitz. Er habe Stefan Hochstein nämlich zunächst gar nicht erkannt - erst bei genauerem Hinsehen. Das Gesicht sei stark angeschwollen gewesen, vor allem Nase und Lippen. „Das ganze Bett war voll mit Blut“, sagt Schmitz.

Er habe Hochstein gefragt, was denn passiert sei. Dieser habe angenommen, er hätte Nasenbluten. Von einem Pfleger hätten sie dann erfahren, dass der Patient offenbar beim Umbetten vom OP-Tisch fallen gelassen worden sei. Stefan Hochstein habe aber wieder allein aus dem Bett aufstehen können.

Frank Schmitz hat schließlich seine beiden Anwälte in Euskirchen informiert. Diese, so Schmitz, hätten ihm geraten, Hochstein zu fotografieren. Er fuhr daraufhin zurück ins Krankenhaus und machte Fotos. Im Hospital habe er von einer Assistenzärztin erfahren, dass Hochstein, während das OP-Werkzeug weggeräumt worden sei, von selbst vom OP-Tisch gefallen sei. Schmitz erklärt, er habe dann gesagt: „Dann muss er ja noch angeschnallt gewesen sein.“

Es wurde eine Schädel- und Gesichts-CT (Computer-Tomographie) durchgeführt. Ein entsprechender Bericht liegt Hochstein und Schmitz vor. Eine Fraktur konnte nicht festgestellt werden, lediglich starke Schwellungen an Nase und Oberlippe. Die Schwellungen seien gekühlt worden. Hochstein habe Nasentropfen erhalten. Zudem sei ihm empfohlen worden, sicherheitshalber einen Hals-, Nasen- und Ohrenarzt aufzusuchen.

Das weitere Vorgehen wollen Hochstein und Schmitz nun mit ihren Anwälten besprechen.

Verwaltungsdirektor Manfred Herrmann vom Mechernicher Krankenhaus ist der Sache nachgegangen: Demnach sei Hochstein nach der Operation zur „Umschleuse“ gefahren worden, wo er vom OP-Tisch über eine Art Transportband aufs Bett umgelagert werden sollte. Der Patient sei - wie üblich - fixiert und intubiert gewesen. Als der Anästhesiepfleger den Schlauch (Tubus) gezogen habe und in einen Abwurfbehälter legen wollte, habe sich der nicht mehr fixierte Patient umgedreht und sei vom OP-Tisch gefallen.

Die Chirurgin habe daneben gestanden, den Mann aber nicht mehr rechtzeitig fassen können. Herrmann: „Wir wollen uns nicht aus der Verantwortung stehlen. Aber ich denke, wir haben getan, was getan werden konnte“, so Manfred Herrmann.

Er habe angeboten, den Fall zu prüfen und der Versicherung zu melden, die gegebenenfalls für einen Schaden eintreten werde. Herrmann: „Dieses Angebot steht nach wie vor.“