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Mehmet Fistik ist tot„Es werde Licht! Ich werde spielen“

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TRIER/STADTKYLL - Schwarze Locken quellen unter dem ausgebeulten Hut hervor und umrahmen ein Gesicht, in dem meistens ein breites Grinsen steht. Dieses Grinsen kann sich aber auch schnell in einen nachdenklich gekräuselten Mund verwandeln. Mehmet Fistik gab den klassischen Pantomimen, den schwarz gekleideten, der nur ab und an eine rote Clowns-Nase anzog. Nach einem Schwächeanfall am Wochenende ist Mehmet Fistik am Dienstag 65-jährig in einem Trierer Krankenhaus gestorben.

Biografie ohne Worte geschrieben

Seine stille Kunst zeichnete sich durch einen manchmal ironischen, jederzeit aber warmen Humor aus. Sein Thema immer wieder: der Mensch und seine Schwächen - und zwar so, dass jeder darüber von Herzen lachen konnte, während ihm vielleicht gerade ein Licht aufging.

Pläne und Ideen hatte er noch viele. „Gesammeltes Schweigen - ohne Punkt und Komma“ hieß sein aktuelles Programm, das ab September auf der Kleinkunstbühne Stadtkyll fortgesetzt werden sollte, die er erst im letzten Jahr gegründet hatte. Alles, was Fistik erzählen wollte, stellte er pantomimisch dar. „Höre auf zu schreiben. Ist eh schon alles gesagt. Sowieso Tinte bald alle“, schrieb er einmal. „Werde die Welt mit Figuren bevölkern, Zuschauer erfinden. Es werde Licht! Ich werde spielen. . .“

Wenn Fistik doch schrieb, dann blieb er ein Pantomime, der ohne Worte auskommen muss. Seine Biografie, die er veröffentlichte, bestand nur aus leeren Seiten - abgesehen von der ersten, auf der sich die Zusammenfassung seines Lebens befand. Fistik wurde 1944 in der Türkei geboren und kam 1970 nach Deutschland. In Köln schloss er sich zunächst dem „Experimentier-Theater“ an, 1976 gründete er sein „Theater, das bewegt“.

Im Jahr 1981 folgte seine erste eigene Bühne: das Atelier-Theater, das er bis 1997 leitete. Viele bekannte Künstler traten bei Fistik auf, darunter auch Harald Schmidt, Dirk Bach, Tom Gerhardt und Helge Schneider.

Ende der 90er Jahre siedelte Fistik um: nach Esch im Oberen Kylltal, wo er zunächst das Mimen- und Clownzentrum Wellemshof betrieb und dort auch regelmäßig auftrat. Dann eröffnete er in Stadtkyll das „Art Bistro“. Fistik gab außerdem in der Eifel und in der Türkei zahlreiche Schauspiel-Seminare und Kurse zum Thema Körpersprache, er beriet auch mehrere Mundart-Theater in der Region.