Frankfurt/Main – Erneut hat die Corona-Pandemie große Feiern und ausgiebiges Feuerwerk verhindert. Der Jahreswechsel verlief nach Angaben der Polizei in Hessen ruhiger als in früheren Jahren. „Außer Kleinigkeiten war nichts Gravierendes”, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Frankfurt am Samstag. Große Verstöße gegen die geltenden Corona-Regeln wie Böllerverbot und Kontaktbeschränkungen habe es nicht gegeben, berichten auch die anderen Polizeipräsidien. Die Feuerwehr hatte dagegen stellenweise alle Hände voll zu tun.
In Bad Homburg ging am Freitagnachmittag eine Autowerkstatt mit Reifenlager in Flammen auf, erst gegen Mitternacht konnte das Feuer gelöscht werden, teilten Polizei und Feuerwehr mit. In dem Gebäude befanden sich nach Angaben der Feuerwehr auch Wohnungen, darunter eine Unterkunft für Geflüchtete. Verletzt wurde niemand. Das Gebäude war zunächst nicht mehr bewohnbar. Die Bewohner kamen bei Bekannten oder Verwandten beziehungsweise in einer anderen Unterkunft für Geflüchtete unter. Über die Brandursache war am Samstag zunächst noch nichts bekannt.
Gegen einen größeren Brand kämpfte die Feuerwehr auch am Samstag noch in Hanau. In einer Lagerhalle brach gegen 0.50 Uhr ein Feuer aus, die Rauchsäule war weithin zu sehen. Als mögliche Ursache werde der Einschlag einer Silvesterrakete geprüft, sagte ein Polizeisprecher. Der Schaden wurde auf mehr als eine Million Euro geschätzt.
Ebenfalls in Hanau wurden laut Polizei in mehreren Straßen Mülltonnen in Brand gesteckt, das Feuer beschädigte die Fassade eines Gebäudes, es wird wegen vorsätzlicher Brandlegung ermittelt. In Bad Hersfeld (Hersfeld-Rotenburg) geriet ein Bauernhof in Flammen, der Schaden wird auf 400.000 Euro geschätzt, verletzt wurde laut Polizei niemand.
Um die Überlastung von Krankenhäusern und Rettungskräften sowie Corona-Infektionsherde zu verhindern, galt an vielen publikumsträchtigen Plätzen ein Böller- und Feuerwerksverbot. Bundesweit gab es keine Pyrotechnik zu kaufen. Dennoch waren vielerorts explodierende Knaller zu hören und abgefeuerte Raketen zu sehen - Altbestände durften jenseits der Verbotszonen gezündet werden.
Auch verschärfte Corona-Kontaktbeschränkungen waren in Kraft getreten. Die Feiernden hielten sich größtenteils daran - spätestens nach Aufforderung, berichtete die Frankfurter Polizei, die wie angekündigt große Präsenz vor allem in der Innenstadt und am Main zeigte. Zwar hätten sich bei ungewöhnlich milden Temperaturen größere Menschenmengen gebildet, nach entsprechenden Hinweisen hätten sich die Gruppen aber jeweils aufgelöst, sagte ein Sprecher. Gegen das Feuerwerksverbot gab es demnach nur vereinzelte Verstöße.
Die Frankfurter Polizei meldete 24 Festnahmen - darunter auch vorläufige - unter anderem wegen Verdachts auf gefährliche Körperverletzung, Widerstandshandlung, Sachbeschädigung oder Verstoß gegen das Waffengesetz. Mülltonnen oder Sperrmüll wurden in Brand gesetzt, in Sachsenhausen nahmen Polizisten einen 25-Jährigen fest, der mehrere E-Scooter aufeinanderstapelte und anzündete. Ein anderer Mann biss einem Polizisten in die Hand. Die Frankfurter Feuerwehr berichtete von drei Verletzten, die bei einem Wohnungsbrand Rauchgas eingeatmet hatten und ins Krankenhaus gebracht wurden.
Von einer verhältnismäßig ruhigen Nacht berichteten auch die Polizeistellen aus anderen Landesteilen, etwa aus Kassel und Fulda. Es habe die für Silvester üblichen Einsätze wegen Ruhestörungen, Streitigkeiten und kleineren Bränden gegeben, erklärte das Polizeipräsidium in Offenbach. In Nidderau (Main-Kinzig-Kreis) gab es einen Verletzten bei einer Messerstecherei.
Auch die Wiesbadener Polizei registrierte mehrere Körperverletzungen, ein Jugendlicher wurde von zwei unbekannten Tätern mit einem Messer schwer verletzt. In Hofheim am Taunus beendete die Polizei eine Tanzparty mit rund 90 Personen. Die Gäste seien geimpft gewesen, ein Abstands- und Hygienekonzept gab es nicht. Gegen den Veranstalter wurde ein Verfahren eingeleitet.
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