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Menschen auf der Suche nach dem Glück

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BRÜHL / HÜRTH. Theaterspielen in der Schule kann prägen fürs Leben. Kaum nach dem Abitur ins Leben entlassen, haben Yvonne Kreucher, Janette Wölver und Julia Fröhlich einen Bund geschlossen, und der könnte heißen wie das Bühnenstück, das sie auf die Bretter bringen: „Die Glückssucher“. Die drei jungen Frauen, 21 und 20 Jahre alt, sind sich beim Theaterspielen am Hürther Albert-Schweitzer-Gymnasium begegnet.

Yvonne fing früh an und zunächst noch in kindlichen Gefilden wie dem „Sams“ und dem an Walt Disney angelehnten, mit einer Freundin geschriebenen Stück „Plötzlich Prinzessin“. Mit Julia spielte sie später in „8 Frauen“, bekannt durch die Verfilmung mit Catherine Deneuve.

Janette schreibt und inszeniert lieber. Schon mit 16 Jahren gab sie ihren ersten Lyrikband heraus, drehte in diesem Jahr zudem einen Kurzfilm. So basiert auch das Theaterstück „Die Glückssucher“ auf fünf zu kleinen Drehbüchern umgeschriebenen lyrischen Texten aus Janettes Buch „Vor den Augen der Welt die Welt vor Augen“ und zwei weitere der Mini-Dramen auf Tagebuchaufzeichnungen einer Freundin. Macht insgesamt sieben Dramoletten, in denen sich Menschen auf die Suche nach Glück begeben.

Auf heimischem Boden, im Hürther Albert-Schweitzer-Gymnasium, hatten die „Glückssucher“ bereits Premiere. Dort wird am 31. März 2006 das Stück noch einmal zu sehen sein. Bis dahin bleibt für die drei Theater-Fans noch viel zu tun.

Yvonne, Janette und Julia, alle drei inzwischen Studentinnen, haben erleben müssen, was hinter den Kulissen schon mal vorkommt: einen handfesten Theaterkrach. Wegen unvereinbarer Auffassungen über das, was Theater sein soll, brach die Truppe zwei Wochen vor der Premiere auseinander. Die verbliebenen Sechs mussten die 18 Rollen im Stück übernehmen. Dass die Aufführung dennoch gut ankam, erstaunt die drei Drahtzieherinnen bis heute.

Das Glück im Egoismus, im Vertrauten, in einer naiven Freiheit, der Selbstverwirklichung oder als anderes Extrem in der Selbstlosigkeit, aber auch in der Liebe und der Abgrenzung lassen die Theatermacherinnen ihre „Helden“ suchen. „Klebrige Maske“, „Der Repeat-Knopf“, „Dich zerquetscht sehen“ oder „Mensch schände dich nicht“ sind die dargestellten Skizzen, Anekdoten, Grotesken und lyrischen Essays überschrieben. Nicht immer für jeden leicht zugänglich sind die Gedankenwelten der jungen Menschen, die dahinter stehen. So lag es nahe, dass, als ein Name für die Truppe gefunden werden musste, die Eingebung „The Young Ones“ hängen blieb - Englisch, weil das einprägsamer klingt.

Dieses Theater ist ein Entwicklungsprozess. „Wir wollen uns konzentrieren auf die Dinge, die wir leisten können“, fasst Yvonne die Lehre aus bisherigen Erfahrungen zusammen. „Wir können doch nicht arbeiten mit etwas, was wir nicht haben.“ So war eine ursprüngliche Idee, „Romeo und Julia“ zu spielen, schnell verworfen worden. Yvonne: „Da hätten wir 40 Schauspieler gebraucht - nicht machbar.“

Weitere Mitspieler sind willkommen, „von 18 bis 80 Jahre“, sagen die Drei. „Vor allem brauchen wir Leute, auf die man sich verlassen kann,“ fügen sie hinzu.

Beruflich schlägt aus der führenden Dreier-Truppe nur Janette den Weg in die Medienwelt ein. Sie studiert Filmwirtschaft in Dortmund, will Drehbuchautorin werden. „Wenn der Einstieg in den künstlerischen Bereich nicht klappt“, denkt sie realistisch, „dann gehe ich eben in den Produktionsbereich.“ Yvonne studiert Deutsch und Chemie fürs Lehramt in Köln. „Mit meinen künftigen Schülern will ich auf jeden Fall Theater spielen“, nennt sie ihr Ziel. Julia hat sich fürs Fach Psychologie an der Uni Bonn eingeschrieben. Mit Yvonne stand sie bereits als Engel und Teufel, Gut und Böse auf der Bühne, findet die Rollen, in denen sie bisher besetzt wurde, passend: „Ich bin zuständig für die Psychopathen.“

Kontakt zu „The Young Ones“ kann unter der Mobiltelefonnummer (01 63) 4 29 84 02 aufgenommen werden.