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Millionen für ein Luxusleben

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GELSENKIRCHEN. Wegen des Verdachts des bandenmäßigen Subventionsbetrugs und der Steuerhinterziehung in Millionenhöhe sitzen seit gestern drei Professoren und ein Doktor der Fachhochschule Gelsenkirchen in Untersuchungshaft.

Mit einem Netzwerk aus Scheinfirmen sollen die Akademiker seit dem Jahr 2000 bis zu fünf Millionen Euro Fördermittel in die eigene Tasche geschleust haben. Nach Angaben der Bochumer Staatsanwaltschaft sollen insgesamt 20 Millionen Euro Fördergelder von EU, Bund und Land für medizinische Projekte über acht Firmen in NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz, Spanien und der Türkei geflossen sein.

Es besteht der Verdacht, dass Projekte überteuert verbucht und Scheinrechnungen ausgestellt wurden. Nur ein Teil der 20 Millionen Euro Fördermittel sollen antragsgemäß verwendet worden sein. Nach einem internen Bericht des Landesrechnungshofes sollen die Verdächtigen Restmittel aus Fördertöpfen abgerufen haben, bevor sie verfielen. Damit sollen die Vier ein Leben im Luxus finanziert haben.

Der Skandal flog durch einen Hinweis des Recklinghäuser Mediziners Roland Schermer auf, der 2006 ebenfalls wegen Betrugs in U-Haft einsaß. Schermer hatte als Ärzte auftretende Handwerker in Zeitarbeitsfirmen Blutproben nehmen lassen und als ärztliche Leistung abgerechnet. Die Staatsanwaltschaft recherchierte den „Fall Gelsenkirchen“ ein Jahr lang - dann wurden die vier Akademiker verhaftet.

Nach Darstellung des Rechnungshofes wurde die Verwendung der Fördermittel „nicht ausreichend“ von den Behörden überwacht. Das NRW-Wissenschaftsministerium prüft derzeit „auf Hochtouren“, ob vergaberechtliche Verstöße vorliegen.