LINDLAR-KLAUSE. In einem Kuhstall bei Bensberg hat er vor 40 Jahren mit einem Kompagnon angefangen: Plastik-Tragetaschen gehörten zum ersten Angebot. Heute kann Geschäftsführer Günter Himperich von der Firma Gordopack auf einen mittelständischen Betrieb mit 70 Mitarbeitern und 20 Millionen Euro Jahresumsatz blicken.
1972 gründete er in Rösrath die Firma Gordopack. Gordo komme aus dem Spanischen und heiße so viel wie dick oder groß, erläutert er. Zwischen 1976 und 1978 zog die Firma sukzessive nach Lindlar-Bolzenbach um. Der gebürtige Bensberger Himperich, der aus einer Metzgerfamilie stammte, ist noch ein Unternehmer alten Schlages. Er hat gelernt, dass man im Geschäftsleben sparsam, aber korrekt sein müsse.
Die Folgen der Globalisierung sind auch in dem Folienwerk in Klause schon zu spüren gewesen. In Polen, Bulgarien und China können Plastiktüten und Beutel nun mal billiger hergestellt werden. Die Firma machte vor zwei Jahren aus der Not eine Tugend und handelt nun neben den 12 000 bis 13 000 Tonnen Folien, Beuteln und Säcken aus eigener Produktion zusätzlich mit ausländischen Produkten.
Die Lage in Deutschland betrachtet Himperich manchmal mit Sorgenfalten auf der Stirn. Den Spruch Geiz ist geil könne er nicht mehr hören, sagt Himperich, der das heutige Geschäftsgebaren und die Zahlungsmoral beklagt. Wo kommt ein Unternehmer noch hin, wenn er nicht mehr genug Geld hat, die Maschinen richtig zu warten?, fragt er. Bei Gordopack gibt es zu diesem Zweck eigens eine Werkstatt mit einem Ersatzteillager für die 17 modernen Extrudermaschinen zur Kunststoff-Folienherstellung und die neun Konfektionierungsmaschinen für Kunststoffbeutel verschiedener Art. Die Extrudermaschinen stehen in der 15 Meter hohen und 3 400 Quadratmeter umfassenden Produktionshalle. In 25 Silos lagern 900 Tonnen Granulat. Bei der Folienproduktion kommt es auf die richtige Temperatur an, denn in der Qualitätsprüfung geht es oft um tausendstel Millimeter Materialdicke.
In der Extrusion wird im Vierschichtbetrieb gearbeitet, in der Konfektionierung im Dreischichtbetrieb. Eine Arbeitszeitverlängerung von 40 auf 44 Wochenstunden diene der Absicherung der Arbeitsplätze, erklärte Himperich. Außerdem führte die Firma ein Erfolgsprämiensystem ein und setzt auf Minijobs in der Produktion.
Probleme bereitete der Firma um 1990 / 91 ein Mitarbeiter, der drei Mal Feuer im Betrieb gelegt hatte. Erst nach der dritten Brandstiftung im März 1991, bei der ein Schaden von 12,6 Millionen Mark entstanden war, hatte der Mitarbeiter nach langem Verhör gestanden. Die Firma investierte daraufhin am neuen Standort in Klause in eine moderne Brandmeldeanlage mit intelligenten Lichtstrahlmeldern, die jede Rauchentwicklung sofort bemerken. Und auf dem Werksgelände übte im letzten Sommer die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Lindlar mit dem DRK.
Neben der Extrusion und der Konfektionierung gibt es aber noch eine dritte große Abteilung in der Firma Gordopack: das Kunststoffrecycling. Wir können 95 Prozent unserer Abfälle wieder verwerten, versichert der Geschäftsführer.