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Mit Kindern über Mangas sprechen

2 min

Manga machen inzwischen 70 Prozent des Comicmarktes in Deutschland aus.

Leipzig - Eltern von jungen Manga-Lesern sollten nachAnsicht des Leipziger Medienpädagogen Hartmut Warkus mit ihrenKindern über die Wirkung der japanischen Comic-Bilder sprechen."Nehmt die Kinder an die Hand, lasst sie nicht alleine mit denMangas, beschäftigt Euch auch damit!", sagte Warkus am Freitag ineinem dpa-Gespräch. Zudem müsse den kleinen Leseratten klar gemachtwerden, dass man nicht jede Manga-Serie komplett haben muss. "SolcheBücher sind nicht ganz billig. Da ist schnell das ganze Taschengeldausgegeben", sagte der Wissenschaftler am Rande der LeipzigerBuchmesse, wo die Manga-Stände stets von jungen Comic-Fans umringtsind.

Die Comics aus Fernost haben laut Warkus prinzipiell einenpositiven Einfluss auf die Entwicklung der Leser. "Kinder zwischenacht und zwölf Jahren haben viel Fantasie. Die wird durch die Mangasangeregt", sagte der Professor für Medienpädagogik und Weiterbildung.Zudem werde mit den kleinen bunten Titeln, die von hinten nach vorneund von rechts nach links gelesen werden, ein pfleglicher Umgang mitBüchern geschult. "Die Kinder lieben ihre Mangas und gehen dahersorgsam mit ihnen um."

Allerdings sei nicht jeder Manga-Band für jedes Kind geeignet."Man muss eigentlich als Erwachsener genau gucken, für welcheAltersgruppe er gut ist", sagte Warkus. Anders als etwa beiComputerspielen oder Kinofilmen gebe es für Mangas keine offizielleAlters-Einstufung. "Die Eltern haben keinerlei Hilfestellung, wie siemit dem Phänomen umgehen sollen."

Um zu erkennen, wie die jungen Leser die bunten Heldengeschichtenverarbeiten, sei es wichtig, dass die Erwachsenen - Eltern oderLehrer - mit ihnen darüber sprechen. "Über das, was sie erzählen,erfährt man, was sie aus den Bildgeschichten herausholen", sagteWarkus, der zusammen mit der Stadt Leipzig und der Buchmesse einenRatgeber "Manga und Anime" für Kinder, Jugendliche, Eltern undErzieher herausgegeben hat.

(dpa)