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Mit VW-Motoren fing alles an

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KÖNIGSWINTER-SASSENBERG. „Das ist nicht viel anders als bei einem Auto“, sagt Peter Limbach und hat dabei eine Hand an einem Propeller, „nur müssen wir alles weit, weit kompakter unterbringen.“ Das lässt sich zum Beispiel an der Abgasanlage erkennen, die sehr kurz und kompakt ist und direkt unter dem Motor liegt. „Beim Auto kann man die ganze Länge des Wagens nutzen, das geht bei uns nicht“, sagt der 53-Jährige.

Limbach ist Diplom-Ingenieur und Chef der Firma Limbach Flugmotoren GmbH. Der Betrieb sitzt in Königswinter-Sassenberg, einem kleinen Ort bei Eudenbach. Von der Montagehalle aus, in der Limbach gerade die spezielle Konstruktion von Flugzeugmotoren erläutert, hat man einen schönen Blick ins Hanfbachtal. Doch durch die idyllisch-dörfliche Landschaft sollte man sich nicht täuschen lassen - Limbach und seine 20 Mitarbeiter produzieren Flugzeug-Motoren, die von Sassenberg aus in alle Welt geliefert werden.

Bei 70 bis 75 Prozent liegt der Exportanteil des kleinen Familienunternehmens, und das Neugeschäft laufe derzeit vor allem in Fernost, erläutert Firmen-Chef Peter Limbach. Weltweit stehen rund 5500 Flugzeugmotoren von Limbach im Dienst. Da das Unternehmen sich im Wesentlichen auf den Markt für zweisitzige Flugzeuge konzentriert und weltweit überhaupt nur 280 000 bis 300 000 Flugzeuge (vom Einsitzer bis zum Jet) existieren, ist das ein beachtlicher Marktanteil, wie nicht nur der 53-Jährige findet.

Sein Vergleich mit den Automotoren ist übrigens nahe liegend - denn mit gebrauchten VW-Motoren fing alles an. Peter Limbach senior war 1952 nach Kanada ausgewandert und kam mit seiner Familie 1963 nach Oberpleis zurück. Er pachtete eine Tankstelle mit Autowerkstatt, in der er speziell VW-Motoren überholte, um sie in die USA zu verkaufen. „Er kannte die Märkte und hatte gute Englischkenntnisse. Das war damals eher ungewöhnlich“, erinnert sich Peter Limbach junior.

1964 zog sein Vater mit dem Betrieb in sein Geburtshaus nach Sassenberg, das bis heute Firmensitz ist und zweimal erweitert wurde. Irgendwann fiel dem gelernten Flugmotorenschlosser Limbach auf, dass auf dem benachbarten Flugplatz Eudenbach viele Maschinen mit umgebauten VW-Motoren flogen. Limbach senior nahm Kontakt zum Flugzeugbauer Sportavia Pützer auf, und als der irgendwann einen stärkeren Motor als bis dahin brauchte, schlug die Stunde des Sassenbergers.

Das war 1967, und das war der Beginn einer „konstanten Evolution“, wie der jetzige Firmen-Chef die stete Weiterentwicklung der Motoren bezeichnet. Heute bietet das Unternehmen drei Grundtypen von Motoren an, die für den größten Teil aller zugelassenen zweisitzigen Flugzeuge sowie für Experimental-Maschinen, Ultraleichtflugzeuge und auch unbemannte Flugzeuge geeignet sind.

Rund 200 neue Motoren liefert das Sassenberger Unternehmen im Jahr aus. Einen großen Teil der Arbeit machen jedoch der Service und die Wartung aus, da Flugmotoren extrem hohen Sicherheitsanforderungen unterliegen. Wartung heißt im konkreten Fall, dass der Kunde seinen Motor ausbaut und gleichzeitig von Limbach einen komplett überholten Austauschmotor bekommt. Das erspart den Flugzeug-Eignern - in Deutschland meist Vereine - Kosten durch längeren Stillstand.

Hohe Anforderungen

an die Sicherheit

Überhaupt Sicherheit: Limbachs Motoren und sein Betrieb müssen strenge Qualitätskriterien erfüllen und unterliegen der Kontrolle des Luftfahrtbundesamtes beziehungsweise der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA). „Das ist oft eine Herausforderung für ein Unternehmen unserer Größenordnung“, sagt Limbach. Darin sieht er im Übrigen auch einen Grund dafür, dass nicht viele Firmen wie die Sassenberger Flugmotoren-Fabrik existieren. „Es gibt einen Berg von Vorschriften und Bürokratie. Wenn man neu einsteigt, ist der kaum zu bewältigen.“

Limbach Flugmotoren GmbH & Co. KG, Kotthausener Straße 5, 53639 Königswinter, Tel. (0 22 44) 92 01 21.

www.limflug.de