Rodenkirchen – Jutta H. wusste, dass irgendetwas nicht stimmte. Immer wieder verschwanden Kleidungsstücke, Wein und Spirituosen aus der Villa im Hahnwald. „Sie hatte zuerst die ehemalige Putzfrau im Verdacht“, berichtete der Leiter der Mordkommission. Im Laufe der Ermittlungen wurden jedoch mehrere Gegenstände der getöteten Millionärin bei ihrem damaligen Gartengehilfen gefunden, so der Kripobeamte. Detlev W. wird beschuldigt, die Frau aus Habgier sowie zur Verdeckung und Ermöglichung einer Straftat ermordet zu haben. Die Eigentumsdelikte hatte er bereits vor der Verhandlung eingeräumt - den Mord weist er von sich.
Am zweiten Verhandlungstag wurden Details zum Privatleben der Getöteten sowie des Angeklagten bekannt. Nach Angaben des Kripobeamten zog Jutta H. zu ihrer Zwillingsschwester in den Hahnwald, als diese an Krebs erkrankt war. Nachdem sich deren Ehemann, ein Kölner Chefarzt, scheiden ließ und wegzog, lebten die beiden Frauen alleine. Nach dem Tod der Schwester 2006 kam es zu Erbstreitigkeiten zwischen H. und ihrem Schwager.
Weil sie Hilfe in finanziellen Angelegenheiten benötigte, wurde ihr ein Vermögensverwalter empfohlen. Zudem hatte die Millionärin festgestellt, dass jemand versucht hatte, 400 000 Euro von ihrem Konto abzuheben. Der Anklage zufolge versuchte Detlev W. nach Jutta H.s Tod erneut, an den Geldbetrag zu gelangen.
Wie der Kripo-Beamte aussagte, kam es von Januar bis August 2007 zu zwölf Einbrüchen im Hahnwald. Eine benachbarte Familie sei zweimal bestohlen worden, einmal wurde ein Familienmitglied Opfer eines Raubüberfalls. Gegenstände, die aus diesen Einbrüchen stammen, wurden bei Detlev W. gefunden, so der Leiter der Mordkommission.
Ehemalige Nachbarn beschrieben den Angeklagten vor Gericht als unauffällig, „eine Art Kumpeltyp“. Man habe ein gutes Verhältnis gehabt und mit den Kindern seiner Lebensgefährtin ab und an Fußball gespielt. Der Prozess wird Donnerstag fortgesetzt.