Mord ohne Leiche: Sechs Jahre Haft

Lesezeit 2 Minuten

Detmold - Im Prozess um einen Frauenmord ohne Leiche istder 28 Jahre alte Angeklagte zu einer sechjährigen Haftstrafeverurteilt worden. Die Kammer des Landgerichts Detmold stützte sichin ihrem Urteil auf Indizien und einen Hauptbelastungszeugen. Demnachhat der Mann seine schwangere Frau nach einem Streit getötet undanschließend versteckt. Vor Gericht hatte der wegen Körperverletzungmit Todesfolge Verurteilte nur Streitigkeiten mit seiner Frauzugegeben, den Tatvorwurf aber bestritten.

Die Anklage hatte sich vor allem auf den Hauptbelastungszeugengestützt, der von einem Freund des Angeklagten im Gefängnis von derTat erfahren haben will. Die Staatsanwaltschaft hatte eineachtjährige Haftstrafe gefordert. Die Verteidigung hatte aufFreispruch plädiert.

Wenige Tage nach der Hochzeit des Paares soll es im Juni 2000 zuStreit zwischen den Eheleuten gekommen sein. Danach war die damals21-jährige Frau spurlos verschwunden und konnte bis heute nichtgefunden werden. Der Angeklagte hatte behauptet, diese seiuntergetaucht. Wie der Vorsitzende Richter Michael Reineke sagte, istdies aber unglaubwürdig, da der 28-jährige erst einen Monat nach derTat eine Vermisstenanzeige aufgegeben hatte. Zudem seien der von derFrau "heiß geliebte Hund", das Portemonnaie und andere Gegenständezurückgelassen worden.

In Vernehmungen bei der Polizei sowie gegenüber Zeugen hatte der28-jährige Mann, der in London gefasst wurde, widersprüchlicheAussagen darüber gemacht, wo er seine Frau zuletzt gesehen hatte. DerFreund des Angeklagten, der ihm zunächst ein Alibi hatte gebenwollen, war es schließlich, der einem Zellennachbarn im Gefängnis vonder Tat erzählt hatte. Die Polizei hatte vergeblich versucht, dieLeiche der Frau zu finden. Selbst mit einem Peilsender im Auto desAngeklagten sowie dem Einsatz von Spürhunden war dies nicht gelungen. (dpa)

Nachtmodus
Rundschau abonnieren