SWISTTAL-MORENHOVEN. Der Verteidiger des Tatverdächtigen im Mordfall Dorothea Reischl hat gestern erklärt, der Mord in Morenhoven sei noch nicht aufgeklärt. Sein Mandat habe die Tat nicht begangen. Damit widersprach der Bonner Rechtsanwalt Stefan Hiebl einer Erklärung der Bonner Staatsanwaltschaft und der Polizei vom vergangenen Freitag, nach der das 20 Jahre zurückliegende Verbrechen an der 38-jährigen Heilpraktikerin Dorothea Reischl aus Morenhoven sei so gut wie aufgeklärt sei (die Rundschau berichtete). Eine DNA-Spur, so die Fahnder, weise eindeutig auf einen 50-jährigen Verdächtigen hin, der zur Tatzeit in dem Dorf gelebt habe. Der Mann war wegen dringenden Mordverdachts am 18. September festgenommen worden. Einen Tag später hatte das Bonner Amtsgericht Haftbefehl erlassen.
Hiebl erklärte gestern jedoch: Richtig ist nur, dass die Staatsanwaltschaft bzw. die Ermittlungsbehörden eine so genannte DNA-Spur zuordnen können." Dass am Tatort eine DNA-Spur seines Mandanten gefunden worden sei, so Hiebl, sei nicht weiter überraschend", weil der damals 30-Jährige tatsächlich gelegentlich mit dem Opfer Kontakt hatte". Außer diesem kleinen Indiz, der DNA-Spur nämlich, hätten die Bonner Ermittler nichts gegen den 50-Jährigen in der Hand. Das genetische Material allein aber sei kein Beweis für eine Täterschaft. Der Rechtsanwalt ist sich sicher: Von einer Aufklärung des Tatgeschehens sind die Ermittler noch weit entfernt. Sein Mandat bestreite die Tat nachdrücklich. (ucs)