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„Mozzarella-Skandal“ erschüttert Italien

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NEAPEL. Auf eine echte Pizza gehört Mozzarella. Aber nicht irgendein Mozzarella. Es muss schon Büffelmozzarella sein. Von jenen Wasserbüffeln, die im Casertano, in der Nähe der süditalienischen Stadt Caserta auf wasserbestandenen Wiesen grasen. Nur der Büffelmozzarella aus dem Casertano darf das Güte- und Herkunftssiegel DOP (Denominazione d Origine Protetta) tragen, das dafür bürgen soll, dass nur hochwertige Milch von gesunden Büffeln aus einem bestimmten Weidegebiet zur Käseherstellung genutzt wird.

Das Casertano ist aber nicht weit von der Großstadt Neapel entfernt, und in Neapel treibt die Camorra ihre schmutzigen Geschäfte - anscheinend auch mit den Wasserbüffeln. Der Grund: Mit dem Feinschmeckerkäse lässt sich viel Geld verdienen, besonders in „gedopter“ Form. Razzien in milchverarbeitenden Betrieben brachten jetzt zutage, dass Wasserbüffel für die Mozzarella-Produktion offenbar Hormone bekamen; eine Nachricht, die nicht nur Gourmets in Italien beunruhigt. Wie die Staatsanwaltschaft vermutet, wurden die wertvollen Paarhufer mit Anabolika und dem illegalen Medikament „Boostin“ behandelt, um bei den Tieren eine verstärkte Milchproduktion zu provozieren. Die Stoffe wurden offenbar über verschlungene Wege aus Osteuropa oder Südkorea bezogen. In neun Zuchtbetrieben und einer Molkerei fand die Polizei die verbotenen Substanzen, gegen 50 Personen wird ermittelt. Als Drahtzieher gilt die Camorra.

Noch ist unklar, ob die Hormone über die Milch auch in den Käse gelangten. Da Kühe Wachstumshormone auch selbstständig bilden, ist der Nachweis von zusätzlich gespritzten Stoffen in der Büffelmilch nicht einfach. Dennoch warnte jüngst ein römischer Ministeriumssprecher vor möglichen Gesundheitsgefahren. Sollten Wachstumshormone durch den Verzehr tatsächlich in den menschlichen Organismus gelangen, könne das zu einem erhöhten Krebsrisiko führen, vor allem an der Prostata. Inzwischen wurden alle durchsuchten Betriebe von den Behörden dicht gemacht.

In Sachen Gourmetkäse leiden die Italiener seither unter Appetitlosigkeit - und einer Krise in der Küche; gehört Mozzarella doch zu den Lebensmitteln, die nicht nur auf Pizza Verwendung finden.