Erftstadt – Über den Neubau der Musikschule an der Liblarer Feuerwache ist ein politischer Streit entbrannt. Finanziert wird der Bau von Klaus Geske, Enkel des Unternehmensgründers Peter May. Das Nutzungsmodell sieht vor, dass die Stadt über 30 Jahre eine Monatsmiete von 5000 Euro zahlt. Beim Fraktionsvorsitzenden der FDP, Hans-Eduard Hille, löst das die Sorge aus: „Die neue Musikschule könnte der Porsche sein, den wir uns nicht leisten können.“ Die SPD kontert: „Die Berechnungen der Liberalen sind grotesk.“ Der Geldgeber Klaus Geske reagiert nun auf den Streit mit der Erklärung, er werde die Mieteinnahmen in eine nach ihm benannte Stiftung stecken, die unter anderem Stipendien ermöglichen soll.
„Alte Schule muss erst
einmal verkauft werden“
Zwölf mal 5000 Euro macht 60 000 Euro im Jahr, so lautet die Rechnung Hilles. Dass die Stadtverwaltung für die jetzige Musikschule an der Heidebroichstraße jährliche Kosten von über 100 000 Euro nennt, kann Hille so nicht nachvollziehen. „Im Haushaltsplan steht eine jährliche Belastung von rund 55 000 Euro“, sagt er. So käme auf den ersten Blick die neue Musikschule teurer als die alte.
Weiterhin kritisiert Hille, dass die alte Musikschule samt Grundstück wie vorgesehen erst einmal verkauft werden müsse. Auch seien bei den Kosten für die alte Schule Abzahlungen von Schulden mit eingerechnet. Die müssten auch nach dem Neubau weiter gezahlt werden.
Die SPD kann Hilles Bedenken nicht nachvollziehen. „Die FDP vergisst alleine schon den Sanierungsbedarf von rund zwei Millionen Euro bei der alten Musikschule“, kontert Fraktionsvorsitzender Bernd Bohlen. Er wirft Hille vor, seine Berechnungen machten nur Sinn, „wenn man generell den Fortbestand der Musikschule in Frage stellt.“
Klaus Geske bedauert diesen Streit. „Schade, dass man als Spender noch reagieren muss“, lässt er bekannt geben. Er werde eine Klaus-Geske-Stiftung gründen. An diese gehe die Miete, die vorrangig für die Instandhaltung des Gebäudes verwendet werde. „Jeglicher Überschuss fließt, wie es bei Stiftungen üblich ist, wieder zweckgebunden in die Musikschule zurück, beispielsweise in die Anschaffung von Instrumenten, in Zuschüsse zu Workshops und in Stipendien“, heißt es in der Erklärung weiter. Auch Kinder aus sozial schwachen Familien sollen bedacht werden.
Für Hille macht das aber keinen Unterschied: „Auch das Stiftungsmodell ändert nichts daran, dass wir das Geld zahlen müssen und das es der Stadt nicht mehr zur Verfügung steht.“