HENNEF – Ein „warmes Zuhause“ soll es sein mit schön klingendem Namen. Wie etwa „Papaya“, was freilich für ein Haus, in dem Mütter wohnen sollen, nicht so recht passt. Auf „Villa Mamaya“ wurde deshalb die neue Einrichtung in der Hennefer Beethovenstraße 25-27 getauft.
Gestern feierte die Mutter-Kind-Haus GmbH - nicht zu verwechseln mit dem Familienzentrum Mutter- & Kind-Haus - die Eröffnung. Schon bald werden junge hilfebedürftige, zum Teil noch minderjährige Mütter und Schwangere einziehen. Mit vier Anmeldungen ist die Villa Mamaya fast ausgebucht. Platz ist für fünf Frauen und deren Kinder. Dazu kommen drei 40-Quadratmeter-Appartements, die in einem Anbau hergerichtet werden.
Im Haupthaus, das die gemeinnützige GmbH gemietet und in sechs Monaten von Grund auf renoviert hat, werden die Mütter wie in einer WG leben, erklärt Einrichtungsleiterin Claudia Barion. Im Parterre gibt es Küche, Ess-, Wohn- und Spielzimmer zur gemeinschaftlichen Nutzung. Oben hat dann jede Frau und jedes Kind ein Zimmer für sich. Hell und freundlich wirken die Räume, in denen bunte Möbelstücke, darunter Wickelkommoden, Akzente setzen.
Das Besondere an dem Projekt ist die Rund-um-die-Uhr-Betreuung der Bewohnerschaft. So ist Martina Clauß beispielsweise fürs Pädagogische zuständig. Auch die Möglichkeit, Schulabschlüsse nachzuholen, wird geboten. „In der Regel sind die Mütter psychisch sehr belastet oder sogar psychisch erkrankt“, weiß Diplom-Psychologin Claudia Barion nicht zuletzt aus ihren Erfahrungen als Gutachterin für Familiengerichte. Zum Konzept gehört daher eine therapeutische Begleitung der Frauen, die von Jugendämtern und vom Landschaftsverband Rheinland der Villa Mamaya zugewiesen werden, so denn die Herauslösung aus dem gewohnten Umfeld angezeigt ist. Aus Hennef, Köln und Remscheid kommen die ersten Bewohnerinnen. Gehen die Absichten auf, werden sie, vielleicht nach einer Zwischenstation in einem der Appartements, gestärkt und verantwortungsbewusst für ein eigenständiges Leben aus der Zeit in der Villa Mamaya hervorgehen. (kh)
