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Nach 103 Jahren kam das Aus

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WIPPERFÜRTH. Es ist noch gar nicht lange her, da feierte das Café Schulte in der Unteren Straße seinen 100. Geburtstag. Das war im Mai 2002. Doch jetzt hat das Traditionsunternehmen seine Türen geschlossen, die Fenster sind zugezogen. „Nach 103 Jahren verabschiedet sich Café Schulte, vielen Dank für die Treue“ verkündet ein Aushang.

„Es rechnet sich nicht mehr. Die Kosten, unter anderem für Strom und Miete, sind immer weiter gestiegen,“ erklärt Konditormeister und Geschäftsführer Josef Schulte. „Da blieb mir nichts anderes übrig, als die Reißleine zu ziehen und Insolvenzantrag zu stellen. Aber wir haben uns die Entscheidung sehr schwer gemacht.“

Es begann in der

alten Poststation

1902 eröffnete Josef Schulte, Urgroßvater des Firmeninhabers, in der alten Poststation an der Lüdenscheider Straße eine Bäckerei. Dort, wo heute die Polizeiwache steht. Nicht nur die Wipperfürther kamen so in den Genuss von frischen Backwaren, die Bäckerei Schulte lieferte auch nach Kreuzberg und Hämmern aus.

1915 erwarb der Firmengründer die früherer Brennerei Schmöle an der Unteren Straße und zog dort mit der Bäckerei ein. Der erste Backofen, mit Briketts befeuert, stand im Hinterhof. 1927 öffnete dann auch das Café Schulte, und der Betrieb ging von Josef Schulte auf die Söhne Max und Franz über. Im Krieg wurde das Haus beschädigt, doch die Familie baute das Geschäft wieder auf. Max-Josef Schulte, Bäckermeister in der dritten Generation, renovierte Bäckerei und Café von Grund auf, das Geschäft bekam große Schaufenster. Bei schönen Wetter konnte man Kaffee und Kuchen auch draußen genießen.

„Ich bin sehr, sehr traurig“ sagt Helga Schulte, die zusammen mit ihrem Mann Max-Josef über Jahrzehnte das Traditionscafé führte, bis 1991. „Ich will aber zusehen, dass wieder ein Café in das Geschäft kommt.“ (cor)