BOMIG. Seit 98 Jahren ist der Name Bubenzer + Krefting im Groß- und Einzelhandel ein Inbegriff in Sachen Holz. Zwei Jahre vor dem 100-Jährigen geben Horst Krefting und sein Sohn Björn das Unternehmen auf. Dabei sollte der Junior in zwei Jahren die Leitung des Familienbetriebes übernehmen. Doch daraus wird nichts mehr, weil die Kreftings nicht länger bereit waren, den Fortbestand des Unternehmens aus dem Privatvermögen sicherzustellen. „Das war leider so in den letzten beiden Jahren“, erläutert Horst Krefting. Dem ist die Entscheidung aufzuhören nicht leicht gefallen. Seit 42 Jahren arbeitet er im Unternehmen, hatte maßgeblichen Anteil am Aufbau des Standorts Bomig. Es tut einem schon leid, wenn man das 100-Jährige nicht mehr erlebt, andererseits muss man auch sehen, dass es sich nicht mehr rechnete.“
Immer härter sei der Wettbewerb geworden, berichten die beiden. „Die Geiz-ist-geil-Mentalität vieler Kunden hält nach wie vor an“, erläutert Björn Krefting. Hinzu komme, dass die Baubranche nach wie vor rückläufig und europaweite Ausschreibungen bei großen öffentlichen Vorhaben die Regel seien. Umsatzeinbrüche haben die Kreftings auch bei den Schreinereien in den letzten Jahren verzeichnet. Alles Umsätze, die ihnen jetzt fehlen. „Zusätzlich nimmt der ruinöse Preiskampf im Großhandel durch unsere Wettbewerber weiter zu“, ergänzt Horst Krefting. Die beiden Unternehmer sind sicher, dass sich im Holzhandel mittelfristig nur die ganz großen Unternehmen mit 100 und mehr Beschäftigten und die Kleinen mit drei Mitarbeitern durchsetzen werden. „Wir hängen mit unseren 30 Mitarbeitern genau dazwischen“, weiß Björn Krefting.
Im Hause Krefting gab es zwischenzeitlich auch Überlegungen, das seit 1968 in Bomig ansässige Unternehmen noch einmal deutlich zu vergrößern. Um vor allem im Konzert der Großhändler weiter konkurrenzfähig zu bleiben, hätte das Unternehmen an einem neuen Standort für den Bau einer 10 000 Quadratmeter großen Halle rund 10 Millionen Euro investieren müssen, den Grundstückspreis inbegriffen. Das hätte aber auch bedeutet, dass der Einzelhandel in Bomig geblieben wäre. „Die 5000 Quadratmeter hier wären dafür aber zu groß gewesen“, findet Björn Krefting, zumal sein Haus seit der Vergrößerung von Obi und Praktiker im Aggertal immer mehr aufgerieben worden sei. Am Ende entschied man sich gegen eine große Investition. „Wir hatten nicht genügend Anhaltspunkte dafür, dass ein solcher Schritt sich rechnet“, resümiert Horst Krefting.
Ende September wird der Ausverkauf in Bomig beendet sein. Bis zum Jahresende wird die Buchhaltung noch vor Ort sein. Die Hälfte der Mitarbeiter hat bereits eine neue Anstellung.