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Nach der Operation ein fast normales Leben

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Die Ängste und Hoffnungen der Eltern sind groß, die Erwartungen an Professor Dr. Ger Bennink hoch. An jedem Tag, in dem der Kölner Herzchirurg mit seinem Team im OP steht, geht es um das Leben eines Kindes. Die Korrekturen an den kleinen Kinderherzen, so Bennink, sei niemals Routine und erfordere während der Operationen Flexibilität und Improvisationsvermögen. Und Erfahrung, die der gebürtige Holländer hinreichend mitbringt. Fast 3000 Kinder hat Bennink seit 1993 am Herzen operiert, davon etwa 35 Prozent Neugeborene. Auf diesem Gebiet gilt der Vater zweier Töchter als Spezialist.

Seit er an der Kölner Uni-Klinik den Schwerpunkt Kinderherzchirurgie leitet, arbeitet der Kinderkardiochirurg daran, die Kapazitäten kontinuierlich auszubauen. Schon jetzt werden pro Jahr gut 200 Kinder mit angeborenen Herzfehlern in Köln operiert. „Wir streben rund 300 Eingriffe an und möchten damit unter die ersten fünf kinderherzchirurgischen Zentren in Deutschland kommen“, so Bennink.

Der 46-Jährige, der zuletzt am University Medical Center in Utrecht tätig war, beherrscht das ganze Spektrum seines Fachgebiets. Mit ihm ist die Kinderherzchirurgie in Köln langfristig gesichert. Am häufigsten operiert er mit seinem Team Kinder mit „Hypoplastischem Linksherz“. Sie werden mit einem Pumporgan ohne linke Herzkammer geboren und müssen sich in den ersten beiden Lebensjahren drei Herzoperationen unterziehen. Bennink bezeichnet die HPL-Operationen als die „gefährlichsten und schwierigsten“ Eingriffe mit höchstem Risiko. Noch vor gut zehn Jahren überlebte die Hälfte der Kinder die Eingriffe nicht; heute kommen 70 bis 80 Prozent der Patienten durch.

Weitaus günstiger sind dagegen die Prognosen bei der so genannten „Transposition der großen Gefäße“. Bei diesen Kindern entspringt die Hauptschlagader der rechten Herzkammer, die Pulmonalarterie der linken Kammer. Ohne den Eingriff sofort nach der Geburt wären die Kinder zum Tode verurteilt, weil bei ihnen nur sauerstoffarmes Blut in den Kreislauf gerät.

Bei kleinen Patienten, die mit einem Loch zwischen linker und rechter Herzkammer zur Welt kommen, ist eine sofortige Operation dagegen nicht zwingend nötig. Bennink: Oft wächst der Defekt in den ersten Lebensjahren zu. „Nur wenn die Kinder nicht richtig gedeihen, schnell ins Schwitzen und in Atemnot geraten, muss operiert werden.“ Der Eingriff sei heutzutage „Routine“. Auch die Fallot sche Tetralogie - die Kinder haben sowohl ein Loch zwischen den Herzkammern als auch eine Verdickung der rechten Kammer und Verengung der Pulmonalklappe - lässt sich nach Worten des Herzprofessors trotz ihrer Komplexität mittlerweile gut behandeln.

Fast immer werden die Herzfehler durch Ultraschall schon in der Schwangerschaft erkannt. Etwa 85 Prozent der operierten Kinder, sagt der Chirurg, führten nach der OP ein fast normales Leben. Natürlich sind regelmäßig Nachsorgeuntersuchungen nötig und in vielen Fällen ist die Einnahme von Medikamenten erforderlich. „Aber das Schreckbild, das Eltern von angeborenen Herzfehlern haben, trifft längst nicht mehr zu. Die Kinder kommen in der Schule gut mit, sie können toben und am Sport teilnehmen.“